Blaues LED-Licht raubt nachts den Schlaf

Das Leben spielt sich nur noch vor dem Bildschirm an: Am Morgen gilt der erste Blick dem Smartphone; vielleicht kam über Nacht eine neue Nachricht? Im Büro hockt man acht Stunden vor dem Rechner und wieder zu Hause ist es nicht besser: Entspannt und gegessen wird auf der Couch vor dem Fernseher.

Dann noch kurz die Mails gescheckt und ab ins Bett, um zu schlafen oder auch nicht. Denn durch das Blaulicht im Bildschirm fallen die Augen nicht zu, sondern starren noch stundenlang ins Leere.

Blaulicht macht wach

Es ist auf unseren Smartphones, Laptops, Fernsehern und LED-Lampen, die im ganzen Haus verteilt sind, ¬ das blaue Licht. Das ist im Grunde nicht schlimm, solange wir uns nur tagsüber blau bescheinen ließen. Warum? Licht hat einen großen Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers. So bestimmt das Hormon Melatonin, wann wir müde sind, indem es abends ausgeschüttet wird.

Am Morgen wird es hingegen abgebaut, und zwar durch das Tageslicht. Dies scheint nämlich früh stärker und enthält mehr Blautöne; und diese Blautöne sagen dem Körper, seine Melatonin-Produktion einzustellen. Folglich stellt man diesen ganzen Rhythmus auf den Kopf und macht sich selbst wach, wenn man sich abends blauem Licht aussetzt.

Blaulicht in LED-Lampen

Anders als Halogenleuchtmittel bündeln LEDs blaues und gelbes Licht, um weißes Licht zu erzeugen. Der blaue Anteil ist dabei sehr hoch, sonst würde uns ein Display rot, grün oder gelb entgegen scheinen. Nur leider geht das blaue Licht fast ungefiltert durch die Netzhaut, und zwar aufgrund seines besonderen Spektrums. Dies beeinflusst den Schlafrhythmus und hält abends länger wach; vor allem, weil alle Geräte mit Bildschirm dieses LED-Licht nutzen.

Wie kann man sich vor Blaulicht schützen?

Damit man nachts nicht stundenlang wach liegt, sind hier ein paar Tipps, die unsere Augen vor dem blauen Licht schützen:

– Auf andere Leuchtmittel umstellen: Vor allem aus diesen Räumen sollte man LED-Leuchten entfernen, die man nachts noch betritt. Das wären hauptsächlich Schlafzimmer, Flur und Bad. Hier kann man auf andere Leuchtmittel zurückgreifen wie Halogenlampen oder Energiesparlampen.

– Vor dem Schlafengehen keine Bildschirme: Idealerweise sollten drei Stunden vor dem Zubettgehen die Augen nicht mehr auf Bildschirme starren, um die Melatonin-Produktion anzukurbeln. Für viele ist dies jedoch nicht möglich, weshalb man grundsätzlich darauf achten sollte, abends Bildschirme zu vermeiden, ¬ auch wenn es nur eine Stunde ist.

– Nacht-Modus: Manche Geräte besitzen einen Nacht-Modus. Ist dieser eingeschaltet, strahlt der Bildschirm in einem helleren Farbspektrum und enthält weniger Blautöne.

– Filterapps: Für viele Geräte gibt es mittlerweile Blaulicht-Filter; diese reduzieren den Blaulicht-Anteil im Licht.

– Wärmere LEDs: Inzwischen hat die Industrie auf das Problem des Blaulichts reagiert und ihre Produktion entsprechend umgestellt. Zu kaufen gibt es deshalb nun LEDs mit gelb-orangenem Licht ¬ so spart man weiter Energie und schont seine Augen. Beworben werden diese Leuchtmittel als „Kaminfeuer“, „Retro“ oder „Vintage“.

– Blaufilter-Brillen: Auch Brillen gibt es jetzt am Markt, die das blaue Licht herausfiltern. Auf diese Weise kann man auch abends noch unbedenklich vor einem Bildschirm sitzen.

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