Ist ein Lattenrost nötig? Vorteile und Nachteile

Wofür genau benötigen wir eigentlich einen Lattenrost in unserem Bett? Viele Verbraucher fragen sich, ob ein solches tatsächlich notwendig ist oder ob es sich hier nicht doch wieder nur um eine nutzlose Erfindung handelt. Schließlich gibt es im Handel so einige Produkte, die total nutzlos sind und dennoch gekauft werden. Hinzu kommt noch, dass Schlafsofas oder auch Wasserbetten keinen Lattenrost mitbringen und dennoch eignen sich diese Modelle für eine angenehme Nachtruhe. Oder etwa nicht?

Wer schon einmal in einem Gästebett genächtigt hat oder auf einer Schlafcoach geschlafen hat, weiß wahrscheinlich, dass die Nächte hier gar nicht so angenehm sind. Am Morgen schmerzt der Rücken, der Nacken ist steif und jeder einzelne Knochen ist spürbar. Mit einem Lattenrost unter der Matratze wäre dies nicht passiert.  So verteilt ein Lattenrost das Eigengewicht des Schläfers, so dass es zu einer Entlastung des Rückens kommt.

Bei einem Wasserbett verhält es sich aber ein wenig anders. In diesem Fall ersetzt das Wasser einen Lattenrost. Auf einer ausklappbaren Couch hingegen bekommen viele Schläfer schnell Druckstellen. Während einige wenige Körperteile sich nach einer Nacht auf einem solchen Sofa erholt zeigen, sind andere Regionen total verspannt. Demnach ist es nachvollziehbar, warum Gästebetten, als Gästebetten bezeichnet werden und nicht als Luxusschlafstätten.

Gleiches kennen bestimmt auch Camper. Der Urlaub oder Ausflug kann noch so schön sein, im eigenen Bett schläft es sich dennoch stets am besten. Da hilft es auch nicht die blanke Matratze auf den Boden zu legen, denn auch auf diese Weise verteilt sich das Eigengewicht auf der Unterlage nicht besser.

Welche Vorzüge bringt also ein Lattenrost mit?

Eine gute Matratze allein beschert des Nachts keinen angenehmen Schlaf. Wer sich auf eine solche Unterlage legt ohne Bestgestell oder/und Lattenrost zu verwenden, wird zum Teil sogar den Erdboden spüren, ohne dass dieser es eigentlich spürbar ist. In diesem Fall liegt der Schläfer demnach direkt auf der Quelle.

Ein Lattenrost ist aber noch aus weiteren Gründen sinnvoll, denn auch die Bildung von Schimmel verhindert ein solches zum großen Teil. Unterlagen, die ohne Lattenrost und Bestgestell auf dem Erdboden liegen, gilt es in regelmäßigen Abständen zu wenden. Wird dies nicht vorgenommen, kommt es zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit unter der Matratze und es bildet sich irgendwann Schimmel. Dieser zerstört nicht nur die Unterlage, sondern gilt ebenso als gesundheitsgefährdend.

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Welchen Lattenrost gilt es zu wählen?

Lattenroste in der Maße 90 x 200 cm gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das verwendete Holz besitzt unterschiedliche Stärken, so dass sich das Körpergewicht stets anders verteilt. Dennoch spielt die Qualität der Matratze stets eine bedeutendere Rolle, als die Qualität eines Lattenrosts. Wer, allerdings in beiden Fällen auf qualitativ hochwertige Produkte setzt, wird bestmögliche Liegeeigenschaften für sich schaffen.

Aber nicht nur wegen der verbesserten Liegeeigenschaften gilt es beim Lattenrost auf Qualität zu achten. Manche Hölzer, die hier verwendet werden, brechen schnell, so dass es gerade in Kinderbetten hochwertige Lattenroste zu wählen gilt. Schließlich nutzen viele Kids allzu gerne ihr Bett ebenfalls als Trampolin. Haben Eltern in diesem Fall eher qualitativ schlechte Lattenroste gekauft, wird sich dies schnell bemerkbar machen. Im Nu sind die Latten beim Toben gebrochen und ein neuer Lattenrost muss her.

Video: Lattenrost richtig einstellen

Beschädigte Lattenroste gilt es außerdem stets auszutauschen. Vor allem dann, wenn mittig eine Latte gebrochen ist, denn dies führt dazu, dass die Matratze durchhängt. Gut für den Rücken ist dies auf keinen Fall, so dass zügig über eine Neuanschaffung nachgedacht werden sollte.

Kurz zusammengefasst, sorgt der Einsatz eines Lattenrosts also zum einen für eine gute Belüftung der Matratze. Mittels der Leistenabstände wird die Unterlage ständig gut belüftet und die Feuchtigkeit kann entweichen. Dies minimiert die Schimmel-, wie Geruchsbildung. Zum anderen besitzt ein Lattenrost im Idealfall federnde Leisten. Diese unterstützen dann die Anpassungsfähigkeit der Matratzen an den Körper. Je nachdem welche Qualität gewählt wird und ob ein Lattenrost verstellbar ist, wirkt dieses ebenfalls Rücken-, wie Schulterbeschwerden entgegen. Dies wiederum fördert einen guten Schlaf.

Welcher Lattenrost passt in welches Bett?

Bevor Sie einen Lattenrost kaufen, gilt es Ihr Bett einmal genau in Augenschein zu nehmen. Bedeutend sind hier in erster Linie die Vorrichtungen für die Aufnahme eines Lattenrosts. Entdecken Sie in Ihrem Bett durchgehende seitliche Auflageleisten, sowie einen Mittelholm können Sie ein jedes Lattenrost hier einsetzen. Ist der Rahmen des Betts hingegen nur mit Quertraversen oder mit Eck-, wie Mittelauflagewinkeln ausgestattet, braucht der Lattenrost einen umlaufenden Rahmen. Ungeeignet sind in diesem Fall außerdem Rolllattenroste.

Möchten Sie lieber einen elektrisch verstellbaren Lattenrost verwenden, spielt die Bodenfreiheit des Betts eine wichtige Rolle. Vor dem Erwerb eines solchen Lattenrosts gilt es somit den Abstand zwischen Lattenrostauflage und Boden genau zu messen. Schließlich muss hier genügend Platz für den Verstell-Mechanismus und dem Motor sein. Sowohl Betten mit einem Bettkasten, als auch solche mit Quertraversen eignen sich meist nicht für elektrisch verstellbare Lattenroste. Lediglich Modelle mit einem Elektromotor, die dann ohne Bodenfreiheit auskommen, können hier verwendet werden.

Auch das Innenmaß Ihres Bettrahmens gilt es sicherheitshalber zu ermitteln. So sind Lattenroste in der Regel immer etwas kleiner konzipiert, als angegeben, so dass Sie auf Nummer sicher gehen sollten. Die meisten Lattenroste in einer Größe von 90 x 200 cm sind häufig ein Zentimeter kürzer und sogar vier bis fünf Zentimeter schmaler

Wie viele Leisten sollte ein Lattenrost besitzen?

Sowohl die Anzahl, als auch die Beschaffenheit der Leisten können bei einem Lattenrost unterschiedlich ausfallen. Während sehr preiswerte Modelle oder auch Rolllattenroste häufig starre Leisten in weiten Abständen mitbringen, sind ergonomische Lattenroste mit flexiblen, enger anliegenden Latten versehen.

Letztere sind daher empfehlenswerter. So sind diese Leisten nach oben hin gewölbt und bestehen aus Holzschichten, die verleimt wurden. Mittels Dampfbehandlung werden diese biegsam gemacht. Bei Druck geben diese dann etwas nach und unterstützen damit die Matratze bei einer bestmöglichen Anpassung.

Je mehr Latten ein Lattenrost mitbringt, desto besser liegt die Matratze und desto punktgenauer, wie individueller kann diese auf Druck reagieren. Gerade, wenn eine Schaumstoffmatratze zum Einsatz kommt, sollten die Lattenabstände nicht größer als drei bis vier Zentimeter sein. Je nach Länge eines Lattenrosts bringen gute Modelle zwischen 25 und 30 Leisten mit.

Wie sollten die einzelnen Leisten gelagert sein?

Häufig kommen flexible Kautschuk- oder Gummikappen zum Einsatz, um die einzelnen Leisten im Rahmen des Lattenrosts zu fixieren. Diese sorgen ebenfalls für eine Federung der Leisten und machen den Lattenrost noch anpassungsfähiger.

Wer hingegen sein Doppelbett mit einem Lattenrost versehen will, sollte im Gleichklang auch auf eine randlose Unterfederung achten. Mit Hilfe flexibler Kappen sind die Leisten in diesem Fall oberhalb der Seitenholme zu finden. Die Federung reicht auf diese Weise für die komplette Bettbreite aus und ein Übergang in der Mitte ist nicht spürbar.

Welche Einteilungen der Zonen gibt es bei Lattenroste?

Analog zu den verwendeten Matratzen verfügen Lattenroste über verschiedene Zoneneinteilungen. Im besten Fall, gilt es also, zum Beispiel, zu einer 7-Zonen-Matratze ebenfalls ein Lattenrost mit sieben Zonen zu nutzen. In erster Linie spielen außerdem bei Lattenrostzonen Schulter-, Rücken-, wie Beckenbereich eine bedeutende Rolle.

  1. Schulterkomfortzone

Besonders flexible Leisten finden sich meist im Schulterbereich bei einigen Lattenrostmodellen. Diese begünstigen dann das Einsinken der Schultern an entsprechender Stelle. Entweder ist diese Schulterkomfortzone dann mit gelochten oder dünneren, verjüngten Leisten versehen. Zusätzlich sind diese dann an einigen Lattenrosten sogar tiefergelegt.

  1. Beckenkomfortzone

Im Beckenbereich können sich ebenso nachgiebigere Leisten finden. Diese nehmen dann ebenfalls den Druck bestmöglich auf. Besonders für Seitenschläfer ist die Beckenkomfortzone von Bedeutung, denn die Hüftregion kann hier tiefer in die Matratze einsinken und mit der passenden Unterlage die Wirbelsäule gerade lagern.

  1. Mittelzonenverstärkung

Damit die Wirbelsäule in der mittleren, wie unteren Rückenregion ergonomisch korrekt gelagert werden kann, gibt es beim Lattenrost die sogenannte Mittelzonenverstärkung. Insgesamt verläuft diese Zone meist über fünf bis neun Leisten. Je nach Schlafposition, sowie Körpergewicht kann hier die Flexibilität der Leisten verändern werden. Mittels Schieber, die zwei Leisten miteinander verbinden, kann das Liegegefühl fester oder auch weicher gestaltet werden.

Was ist bei einem Lattenrost der Mittelgurt?

Zahlreiche Lattenroste besitzen ein Textilband. Dieses verbindet in der Mitte alle Leisten miteinander. Der Mittelgurt bzw. das Mittelband leitet dann den Druck, welcher auf eine Leiste einwirkt auf die danebenliegenden weiter. Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Leiste zu stark beansprucht und demnach zu arg nach unten federt. Außerdem wird die Stützwirkung des Lattenrosts so wirksam gefördert.

Gibt es spezielle Lattenroste für Schwergewichte?

Bevor Sie einen Lattenrost erwerben, sollten Sie sich im Vorfeld über die Gewichtseignung informieren. Für Personen, die ein höheres Körpergewicht auf die Waage bringen, gibt es spezielle XXL-Lattenroste. Um der größeren Druckeinwirkung entgegenwirken zu können, besitzen diese Lattenroste deutlich mehr Federleistung oder aber verstärkte Leisten.

Hinzu kommt, dass diese Modelle meist auch differenzierte Möglichkeiten zu Verstellung mitbringen. Diese findet sich vor allem im Mittelzonenbereich, so dass auch Personen mit einem höheren Körpergewicht ergonomisch gut gestützt nächtigen können.

Fazit: Auch bei Lattenroste finden sich Unterschiede. Nicht jeder Lattenrost passt in ein jedes Bett bzw. eignet sich für eine jede Person. Es gilt die passende Größe zu erwerben und außerdem stets auf Qualität zu achten.

Ist ein Lattenrost nötig? Vorteile und Nachteile
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Robert Milan

Der Autor - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Wenn er nicht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist zählen Fotografieren und Fitnesstraining zu seinen Hobby's.

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