Nächtliches schwitzen – Nachtschweiß Ursachen und Therapie

Was ist normal und wann weist Nachtschweiß auf eine Krankheit hin?

Es ist völlig normal, dass ein Mensch in der Nacht einen halben Liter Schweiß absondert. Doch wenn Schläfer weitaus mehr des Nachts schwitzen, gilt es die Ursache dafür herauszufinden. Nächtliches Schwitzen in starker Form kann ebenso mit einer akuten, wie ernsten Krankheit in Zusammenhang stehen. Unter Umständen leiden Betroffene auch an einer Form der Hyperhidrose. Hierbei handelt es sich um eine krankhafte gesteigerte Schweißproduktion, welche auch als Nachtschweiß bezeichnet wird.

Was ist Nachtschweiß?

Nachtschweiß kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Von einem leichten Schweißfilm auf der Haut bis hin zum Durchnässen der Bettwäsche ist bei dieser Erkrankung alles möglich. Tritt diese Form der Hyperhidrose über einen längeren Zeitraum auf, kann dies für Betroffene extrem anstrengend werden. Ein angenehmer Schlaf ist hier oftmals selten.

Demnach führt nächtliches Schwitzen häufig zu Schlafproblemen. Empfindet der Schläfer die Schweißausbrüche als unangenehm oder aber das darauffolgende Kältegefühl tritt ein, ist an Schlaf meist erst einmal nicht zu denken. Nachtschweiß steht somit stets mit einem übermäßigen Schwitzen in Zusammenhang, welches lediglich nachts im Schlaf auftritt.

Welche Ursachen können hinter dem nächtlichen Schwitzen stecken?

Während der normalen Regenerationsphasen im Schlaf schwitzt der menschliche Körper immer.  Dies geschieht allerdings nicht in so einem starken Ausmaß, wie es beim Nachtschweiß vorkommen kann. Ursachen für dieses Problem finden sich gleich mehrere. Somit können die Schweißausbrüche natürliche ganz einfache, wie harmlose Gründe haben. So kann es zum starken Schwitzen des Nachts kommen, wenn die Luftfeuchtigkeit oder aber die Umgebungstemperatur im Schlafraum zu hoch ist.

Ebenso negativ kann sich ein aus dem Gleichgewicht gebrachter Biorhythmus negativ auf Nachtruhe auswirken. Wer wiederholt zu unterschiedlichen Uhrzeiten schlafen geht und außerdem auch noch zu wenig schläft, strapaziert seinen Körper unnötig. Somit reagiert der Organismus dann auf dieses Problem mit einer vermehrten Nachtschweißproduktion.

Außerdem kann die Schweißabsonderung in der Nacht auch psychosomatische oder psychische Ursachen haben. Vor allem ein zu hoher Alkoholgenuss, aber ebenso Drogenmissbrauch können dafür sorgen, dass in der Nacht viel geschwitzt wird. Durch diese Stoffe werden die Schweißdrüsen zu einer vermehrten Produktion getrieben. Als Auslöser für dieses Problem kann aber ebenfalls eine idiopathische Hyperhidrose verantwortlich sein. Dafür muss sich weder ein ersichtlicher Grund, noch eine Krankheit finden lassen.

Frauen hingegen kämpfen vor allem in den Wechseljahren mit Schweißausbrüchen. Diese treten dann allerdings nicht nur des Nachts auf, sondern auch tagsüber. Auch Patienten, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, leiden häufig an Nachtschweiß. Dieser kann darauf hindeuten, dass der Körper kurz vor einer Unterzuckerung steht.

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Welche Krankheiten können Nachtschweiß auslösen?

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die dafür sorgen, dass Betroffene in der Nacht stark schwitzen. Harmlose Krankheiten, wie eine Grippe oder das Pfeiffer´sche Drüsenfieber führen häufig im Schlaf zu starken Schwitzattacken.

Ebenso können aber chronische Infektionskrankheiten, wie Malaria, AIDS, Osteomyelitis oder Tuberkulose hinter dem nächtlichen Schwitzen stecken. Auch ernstzunehmende Erkrankungen, wie Leukämie, Karzinome oder Lymphome sorgen für eine vermehrte Schweißproduktion. Gleiches gilt für neurologische Krankheiten, wie Apoplex oder Epilepsie.

Wie lassen sich nächtliche Schweißattacken behandeln?

Es ist nicht immer ganz einfach hier die bestmögliche Therapie für die Betroffenen zu finden. So gilt s auch hier erst einmal die Ursache für das nächtliche Schwitzen zu finden, bevor es zu einer entsprechenden Behandlung kommen kann. Leider ist es bei solchen Schwitzattacken des Nachts aber auch so, dass der Auslöser nicht immer direkt zu definieren ist.

Aus diesem Grund nehmen behandelnde Mediziner in solchen Fällen stets gründliche Anamnesen vor und befragen den Patienten im Zweifel genau. Auf diesem Wege werden sämtliche Bereiche überprüft, die als Auslöser in Frage kommen könnten. Der Mediziner kann so herausfinden, ob hinter dem nächtlichen Schwitzen nicht doch eine ernstzunehmende Krankheit steckt.

Schwitzt der Patient des Nachts so stark, weil er an einem idiopathischen Nachtschweiß leidet, können veränderte Lebensgewohnheiten die Schweißausbrüche eventuell lindern.

Tipps gegen nächtliches Schwitzen:

  • Meiden Sie den übermäßigen Konsum von Genussmitteln, wie Zigaretten, Alkohol und Kaffee. Diese können die Schweißproduktion anregen.
  • Umgehen Sie Stresssituationen oder sorgen Sie regelmäßig für Stressabbau, denn auch dieser kann für das nächtliche Schwitzen im Übermaß verantwortlich sein. Entspannungsbäder, Yoga, Meditation oder auch das Lesen eines Buches kann für die nötige Entspannung sorgen.
  • Schlafen Sie stets in einem gut gelüfteten Schlafzimmer. Achten Sie darauf, dass dieses nicht überheizt ist. Kommt Ihnen das Schlafgemach zu warm vor, können Sie ebenso bei offenem Fenster schlafen.
  • Verwenden Sie keine Bettwäsche aus synthetischen Materialien. Es ist ratsamer in diesem Fall auf natürliche Materialarten, wie Baumwolle zu setzen.
  • Laufen Sie tagsüber so oft wie möglich barfuß herum, denn durch die Stimulation der Fußsohlen wird die Schweißdrüsenaktivität reguliert.
  • Machen Sie regelmäßig Sport oder gehen Sie in die Sauna. Dies trainiert die normale Schweißdrüsenfunktion.
  • Auch Wechselduschen können hier helfen und außerdem die Durchblutung im menschlichen Körper anregen.
  • Salbeitee zählt zu den ältesten Hausmitteln gegen das Schwitzen. Für eine Tasse gilt es demnach ein bis zwei Teelöffel Salbei mit heißem Wasser zu übergießen und diesen dann fünf bis zehn Minuten ziehen zu lassen. Etwa vier Wochen lang sollte der Salbeitee dreimal am Tag getrunken werden. Auch fertige Salbeipräparate aus der Apotheke können hier alternativ zum Einsatz kommen.
  • Nächtliches Schwitzen kann die Seele stark belasten. Andersherum können seelische Anspannungen ebenso Schweißausbrüche hervorrufen. Beruhigende Heilmittel, wie Melisse, Baldrian oder Passionsblume können hier helfen. Auch diese natürlichen Präparate können in Form eines Tees eingenommen werden.

Kann auch eine Operation bei nächtlichen Schwitzen helfen?

Ein operativer Eingriff kommt erst in Frage, wenn nicht operative Therapien zu keinem Erfolg führen. So lässt sich starkes Schwitzen, zum Beispiel, in den Achselhöhlen beenden, indem die Schweißdrüsen entfernt werden.

Auch bestimmte Nerven im Bereich des Brustkorbs können durchtrennt werden, um Schwitzen im Gesicht, wie an den Händen zu lindern. Viele Patienten, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen, schwitzen dann allerdings in anderen Regionen des Körpers verstärkt. Außerdem werden diese Maßnahmen meist nur ergriffen, wenn es Tag und Nacht zu starken Schweißausbrüchen kommt.

Fazit: Wer durch nächtliches Schwitzen lediglich einen halben Liter Körperflüssigkeit verliert, muss sich keine Sorgen machen. Dieser Flüssigkeitsverlust ist völlig normal. Kommt es des Nachts hingegen zu starken Schweißausbrüchen kann dies sowohl harmlose, als auch ernste Gründe haben. Wer länger als vier Wochen mit starkem Nachtschweiß zu kämpfen hat, sollte demnach einen Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, was hinter den Schweißattacken im Schlaf steckt und das Problem dementsprechend behandeln.

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