Panikattacke nachts – Angst in der Nacht als Einschlafproblem

Wenn eine Panikattacke nachts zum wiederkehrenden Problem wird

Was geschieht mit einem wenn eine Panikattacke nachts häufig Probleme bereitet? Häufig treten Panikattacken situationsgebunden auf. Oftmals kämpfen Betroffene, beispielsweise, mit einer solchen Attacke während sie an der Kasse im Supermarkt anstehen. Beim nächsten Einkauf erinnert man sich dann schon fast automatisch an dieses fürchterliche Erlebnis und im Nu lässt die nächste Angstattacke nicht lange auf sich warten.

Zahlreiche Betroffene berichten aber auch oftmals von unerklärlichen Panikattacken beim Einschlafen oder erleben diese sogar mitten in der Nacht. Ähnlich, wie ein plötzlich auftretender Albtraum werden die Betroffenen dann wach und befinden sich bereits mitten in einer solchen Angstattacke. Viele fragen sich in diesen Momenten, warum eine Panikattacke nachts auftritt?

Probleme und Sorgen des Tages verarbeitet der Mensch im Schlaf

Das Erlebte des Tages verarbeitet der Mensch im Schlaf bzw. im Traum. Besondere Situationen, Stress, Ärger und Ähnliches sind demnach Eindrücke die der Organismus während der Nachtruhe bewältigt. Während des Schlafs ist allerdings sowohl das vegetative Nervensystem, als auch das Unterbewusstsein noch aktiv, so dass sich daraus dennoch eine Panikattacke nachts entwickeln kann.

Am Tage fällt es den meisten Betroffenen leicht sich auf irgendeine Art und Weise abzulenken oder sich im Vorfeld aus der prekären Situation zu befreien. So bemerken Betroffene meist vorab, wenn sie ein unruhiges Gefühl befällt. In diesem Fall kann es helfen einfach einen guten Freund oder die Freundin anzurufen und sich mit einem Gespräch von der aufkommenden Panikattacke abzulenken.

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Was ist eine nächtliche Panikattacke?

Im Grunde ist eine nächtliche Panikattacke nichts anderes als eine Panikstörung die tagsüber auftritt. Sie nimmt lediglich ihren Anfang, wenn Betroffene schlafen. Viele werden von einer solchen Panik befallen, wenn sie sich in der REM-Phase befinden.

Demnach geschieht dies entweder eine halbe Stunde und dreieinhalb Stunden nach dem Einschlafen. Keineswegs ist eine Panikattacke nachts mit dem Nachtschreck zu verwechseln. Betroffene von Angstattacken des Nachts erleben im Schlaf Amnesien in Bezug auf das Erlebte am Tage und sind im Anschluss nicht mehr in der Lage in den Schlaf zu finden.

Welche Symptome zeigen Panikattacken in der Nacht?

Wer auch tagsüber von Panikattacken heimgesucht wird, der kämpft in der Nacht meist mit ähnlichen Symptomen. Demnach kann es während einer nächtlichen Panikattacke zu Atemproblemen, erhöhtem Herzschlag, Engegefühl in der Brust, Hyperventilation, Hitzewallungen, Zittern, Schwitzen, Frösteln, sowie zu einem unerklärlichen Untergangsgefühl kommen.

Nächtliche Panikanfälle können aber ebenso verstärkte Symptome auftreten lassen, als Attacken, die tagsüber in Erscheinung treten. So kann es zu einer schweren, schnellen, wie ungleichmäßiger Atmung kommen. Auch Atemprobleme in verstärkter Form sind hier nicht selten. Hinzu kommt dann oftmals ein sehr viel beängstigenderes Gefühl als am Tage.

Für letzteres findet sich sogar ein Grund, denn Betroffene sind nach dem Erwachen direkt vollständig von der Panik eingenommen. Der zur noch Schlafende hat keine Chance seine Gedanken klar zu formen bevor der Anfall auftritt. Des Weiteren erhalten die Betroffenen vorab keine Warnsignale für eine kommende Panikattacke, so dass ein Entkommen unmöglich ist.

Wer hat mit nächtlichen Panikattacken zu kämpfen?

Wer tagsüber nicht mit Panikattacken zu kämpfen hat, kann davon ausgehen, dass diese auch nachts nicht in Erscheinung treten werden. Betroffene die hingegen am Tage an Panikanfällen leiden, werden häufig auch nachts von diesen heimgesucht. Allerdings treten Panikattacken nachts seltener auf als tagsüber. Mindestens einmal erleben demnach 40 bis 70% der Menschen, die tagsüber Panikanfälle haben auch nachts eine solche Panikattacke.

Was verursacht Panikattacken nachts?

Bislang sind die Ursachen für Panikattacken im Allgemeinen noch ein großes Rätsel. Es finden sich aber dennoch einige Gründe, warum Betroffene auch nachts im Schlaf von solchen Anfällen heimgesucht werden.

Folgendes schließen diese Ursachen ein:

  1. Sodbrennen

Auch Sodbrennen, in der Fachsprache gastroösophageale Refluxkrankheit genannt, kann Symptome ernstzunehmender Gesundheitsprobleme imitieren. Atembeschwerden, Schmerzen in der Brust, Nachtschweiß und Ähnliches können des Nachts Betroffene mit Panikattacken plötzlich aufwachen lassen, was wiederum einen Anfall auslösen kann.

  1. Hyperventilationsstörung

Zahlreiche Menschen mit Panikattacken entwickeln im Laufe der Zeit eine sogenannte Hyperventilationsstörung. Hierbei handelt es sich um ein chronisches Atemproblem. So ist diese Störung oftmals ein Symptom für Panikanfälle und ist ebenso für zahlreiche andere Panikattacken Symptome verantwortlich. Während viele Betroffene von Hyperventilationsstörungen im Schlaf fähig sind normal zu atmen, gibt es ebenso Patienten, die während der Nachtruhe hyperventilieren. Somit kann dies die Ursache dafür sein, dass Betroffene im Schlaf von einer Panikattacke heimgesucht werden.

  1. Obstruktives Schlafapnoesyndrom

Werden die oberen Atemwege während der Nachtruhe blockiert, sprechen Ärzte hier vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Betroffene können in diesem Fall an Atemaussetzern leiden, die bis zu 30 Sekunden andauern können. Menschen, die ohnehin  mit Panikanfällen zu kämpfen haben, leiden dann meist auch nachts an diesen, da diese Erkrankung ebenfalls Symptome, wie Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit und Co auslösen.

Wie gilt es mit nächtlichen Panikattacken umzugehen?

Mit nächtlichen Panikattacken lässt sich weitaus schwerer umgehen, als mit Angstanfällen, die tagsüber auftreten. Schließlich gibt es diesem Fall keine Vorzeichen und auch keine Vorbereitungszeit. Trotz alledem, können hier Techniken für den Umgang mit Panikattacken helfen.

Wer also panisch in der Nacht aufwacht, sollte die Symptome nicht einfach ignorieren. Stattdessen ist es besser, dass Licht einzuschalten und sich auf die Symptome zu konzentrieren. Betroffene sollten in solchen Situationen daran denken, dass  ein Panikanfall nicht wirklich lebensbedrohlich ist. Ein Selbstgespräch kann hier helfen, denn durch das Sprechen zwingen Betroffene ihren Körper dazu normal ein- und auszuatmen. Eine Hyperventilation kann demnach unterbunden werden.

Darüber hinaus, kann es ebenso hilfreich sein, ein Paniktagebuch zu führen. Betroffene sollten hier alles über ihre Panikattacke nachts hineinschreiben. Es gilt festzuhalten, wie sich der Leidtragende gefühlt hat, wann die Panik begonnen hat, wie die Symptome aussahen und Ähnliches. Hilfreich kann es ebenfalls sein sich auf das Atmen zu konzentrieren.

Tief durch die Nase einatmen und langsam aus dem Mund wieder ausatmen. Betroffene sollten sich während dieser Atemübung auf das Gefühl konzentrieren, wie der Sauerstoff die Lungenflügel füllt und wie der Bauch durch die Luft aufgebläht wird. Diese Übung gilt es solange durchzuführen bis der Herzschlag langsamer wird und die anderen Symptome sich verabschieden.

Fazit: Nächtliche Panikattacken treten meist bei Personen auf, die auch am Tage  häufiger mit Angstanfällen zu kämpfen haben. Durchaus sind die Attacken in der Nacht aber meist weitaus angsteinflößender, da der Betroffene vorab keinerlei Warnungen erhält. Lebensbedrohlich sind Panikanfälle aber nicht und vor allem Atemübungen können hier in der Nacht helfen diese zu überwinden.

Panikattacke nachts – Angst in der Nacht als Einschlafproblem
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