Polyphasischer Schlaf – Erfahrungen mit Schlaf nach Plan

Polyphasischer Schlaf: Was ist das? Ein Großteil der Menschen verschlafen ein Drittel ihres Daseins. So hat die Natur es so eingerichtet, dass der menschliche Körper bei Dunkelheit das Hormon Melatonin ausschüttet, so dass dieser dann nach Schlaf verlangt.

Durchaus gibt es aber Personengruppen, die Schlaf eher als vertane Zeit ansehen. Viele dieser Menschen werden von einer besonderen Leidenschaft angetrieben. Häufig handelt es sich hier um Personen die ihr Leben der Forschung verschrieben haben oder aber um Menschen, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, kranken Personen zu helfen.

Durchaus können solche Leidenschaften in manchen Fällen zu verrückten Verhaltensweisen führen. So gibt es Berühmtheiten, wie Thomas Edison, Leonardo da Vinci oder Napoleon die für einen gewissen Zeitraum oder sogar auf Dauer mit extrem wenig Schlaf durchs Leben gekommen sind. Es kann eine Möglichkeit sein, in besonderen Lebenssituationen Zeit zu sparen, indem der Mensch nur sehr wenig schläft oder diesen einfach gänzlich meidet.

Folgende Fragen über polyphasischer Schlaf wollen wir an dieser Stelle beantworten
  • Ist polyphasischer Schlaf gesund?
  • Was ist polyphasischer Schlaf?
  • Wie funktioniert polyphasischer Schlaf?

Es gibt verschiedene Formen die Schlafzeiten zu reduzieren, allerdings gilt es hier immer einen festen Abstand einzuhalten. Dieser darf lediglich um eine Stunde verschoben werden. Zudem benötigt der Mensch in diesem Fall immer eine Schlafgelegenheit, die keinerlei Störungen zulässt.

Je mehr Schlafstadien benötigt werden, desto schwieriger lässt sich dies im Privat-, wie im Arbeitsleben in die Tat umsetzen. Wer erfolgreich auf einen polyphasischen Schlaf umsteigen möchte, muss damit rechnen, dass dies etwa zwei bis drei Wochen dauern kann. Eine Reduzierung des Schlafs ist außerdem nicht so einfach, wie es den Anschein hat.

Video: 2 Stunden Schlaf am Tag und 100% Fit!? Polyphasisches Schlafen

Verschiedene Schlafmuster

Die Bezeichnung polyphasischer Schlaf steht für ein Schlafmuster. Bei diesem werden die Zeiten des Schlafs über den Tag verteilt in mehreren Etappen aufgeteilt. Hier gibt es verschiedene Formen. Die extremste Form nennt sich hier Ubermann. In diesem Fall kommt der Mensch mit nur zwei Stunden Schlaf täglich aus. In insgesamt sechs Phasen findet diese statt. Je 20 Minuten schlafen hier lediglich die Personen. Experten sprechen in diesem Fall auch vom sogenannten Powernap. Wobei diese Kurzzeitschlafphasen eine 90-minütige Nachschlafzeit ersetzen sollen. Alle vier Stunden soll ein solcher Powernap stattfinden.

Außerdem gibt es dann noch die Variante namens Dymaxion. In diesem Fall wird alle sechs Stunden ein 30-minütiger Schlaf genossen. Beim sogenannten Everyman hingegen gibt es viereinhalb, drei oder eineinhalb Hauptschlafzeiten und zusätzlich zwei, drei oder vier kurze Nickerchen von je 20 Minuten.

Der phiphasische Schlaf gehört zu der bekanntesten Form der Schlafreduzierung und teilt sich in zwei verschiedene Phasen auf. Demnach kommt es hier zu einer verkürzten Schlafzeit von viereinhalb oder sechs Stunden in der Nacht und zu einem Mittagsschläfchen von neunzig oder zwanzig Minuten am Tag. Schläft der Mensch dagegen täglich etwa acht Stunden am Stück sprechen Experten hier vom monophasischen Schlaf. Beide hier genannten Varianten nutzen Erwachsene vorzugsweise.

Mit Hilfe der Schlafverkürzung wollen Anwender erreichen, dass die normalerweise fünf 90-minütig langen Schlafstadien, die der Organismus eigentlich braucht, zum Teil oder gänzlich durch Powernaps ersetzt werden. Gleichzeitig soll außerdem das Müde werden, vermieden werden.

Ein chronischer Mangel an Schlaf kann der Gesundheit schaden

Der polyphasische Schlaf kommt in der Regel stets bei Säuglingen vor, denn hier ist es das Hungergefühl, welches die Nachtruhe verkürzt. Im Laufe der Zeit passen sich aber auch die Jüngsten dem Hell-Dunkel-Rhythmus an. Demnach ist es völlig normal, dass der erste Lebensabschnitt durch mehrere verkürzte Schlafphasen geprägt ist.

Ein chronischer Mangel an Schlaf, welcher hauptsächlich mit zu kurzen Nachtschlafzeiten in Zusammenhang steht, kann aber mit der Zeit der Gesundheit schaden. So geraten die natürlichen Rhythmen des Organismus aus der Balance. Die dringend benötigte Regeneration, die eigentlich während der mehrstündigen Nachtruhe erfolgt, kann nicht mehr zu Genüge durchgeführt werden. Gleiches gilt dann ebenso für die Informationsverarbeitung. Hinzu kommt, dass weniger als fünf Stunden Schlaf in der Nacht dazu führen, dass die Lebenserwartung sich verkürzt.

Ein kleines Nickerchen zur Mittagszeit hingegen kann als zusätzliche Zeit der Erholung zum Nachtschlaf dienen und positive Auswirkungen haben. So beugt dieser sowohl Herz-Kreislauferkrankungen, als auch Erschöpfungszuständen vor, macht das Lernen leichter und fördert die Leistungsfähigkeit.

Gerade die Tiefschlafphasen sind von großer Bedeutung. Diese setzen circa nach einer halben Stunde Schlaf ein. Fallen diese wichtigen Schlafphasen hingegen weg, bleibt zwar die Müdigkeit bestehen, aber zeitgleich macht sich auch ein Hochgefühl bemerkbar. Aus diesem Grund werden Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben, auch oftmals mit Schlafentzug therapiert.

Hilfreiche Tipps um den Nachtschlaf zu reduzieren

Zahlreiche Menschen stehen am Morgen sehr früh auf, da die Arbeit ruft. Am besten ist es in diesem Fall ein bis zwei Mal täglich eine Kurzschlafphase von etwa 20 Minuten zu genießen. Es empfiehlt sich ein Nickerchen gegen 13 Uhr und ein Schläfchen gegen 18 Uhr vorzunehmen.

Auf diese Weise kann die Schlafdauer in der Nacht auf fünf bis sechs Stunden gesenkt werden und am frühen Morgen kann die freie Zeit für ein Sportprogramm oder Entspannungstechniken genutzt werden. Vor allem ein autogenes Training oder aber auch eine entsprechende Bewegungstherapie wirken hier Wunder.

Von großer Bedeutung ist hier außerdem die Regelmäßigkeit, denn wer wenig Nachtschaf bekommt, sollte auf keinen Fall die Kurzschlafphasen am Tage ausfallen lassen. Geschieht dies, wird der Tag von einer ständigen Müdigkeit begleitet. Hat sich der menschliche Körper auch nach mehreren Tagen noch nicht an den neuen Schlafrhythmus gewöhnt, gilt es den Versuch besser abzubrechen, denn eine Weiterführung könnte ansonsten zu Gesundheitsproblemen führen. Zudem gilt, je weniger Schlaf es in der Nacht und je mehr Powernaps es am Tag gibt, desto komplizierter gestaltet sich die Zeitabgrenzung von Tag und Nacht.

Nach dem Mittagessen müssen Anwender zudem auch nicht auf ihren heißgeliebten Kaffee verzichten, denn das enthaltende Koffein zeigt seine Wirkungskraft erst nach etwa 20 Minuten, so dass diese erst nach dem Powernap zugegen ist. Wer seinen Nachtschlaf reduzieren will, sollte zudem am Tage eine 90-minütige Schlafphase einplanen. Sowohl eine vegetarische Kost, als auch mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, erleichtert nachweislich die Umstellung des Schlafrhythmus.

Wer außerdem anfangs unter Einschlafproblemen leidet, kann mit Hilfe von Entspannungsmusik meist eher zur Ruhe finden. Natürlich ist es hier aber immer wichtig rechtzeitig wieder wach zu werden, so dass es empfehlenswert ist gleich zwei Wecker zu stellen. Einer sollte dann so platziert werden, dass dieser nur erreichbar ist, wenn der zu Weckende aufsteht.

Gerade zu Beginn der Umstellung leiden viele Anwender außerdem erst einmal an einem Leistungsabfall, denn jetzt gilt es die veränderten Schlafphasen strikt einzuhalten. Demnach ist es ratsam das Schlafverhalten nicht in Zeiten zu verändern, in denen eine hohe Belastbarkeit, sowie Konzentrationsfähigkeit verlangt wird.

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Autor: Robert Milan

Der Autor - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Wenn er nicht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist zählen Fotografieren und Fitnesstraining zu seinen Hobby's.

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