Schlafhygiene im Alter

Wie sich der Schlaf mit den Jahren verändert

Wie sieht eigentlich die Schlafhygiene im Alter aus? Je älter ein Mensch wird, desto mehr Veränderungen zeigt der Körper im Schlaf. Sowohl die Art des Schlafs, als auch die einzelnen Schlafphasen verändern sich zusehends mit jedem Lebensjahr, welches dazu kommt.

Wie und warum verändert sich der Schlafbedarf?

Im Laufe eines jeden Lebens bringt der Schlafbedarf Veränderungen mit sich. So schlafen Säuglinge häufig bis zu 16 Stunden am Tag, während ältere Menschen, die das 60. Lebensjahr bereits überschritten haben und ihr Rentenalter genießen können des Nachts weitaus weniger Schlaf bekommen.

Keineswegs bedeutet dies aber, dass Senioren weniger Schlaf brauchen oder weniger schlafen, denn im Alter verteilt sich der benötigte Schlaf einfach über den ganzen Tag. Das heißt, kleinere Nickerchen am Tage decken teilweise den Schlafbedarf in der Nacht. Hinzu kommt, dass viele ältere Personen schon früh am Abend ins Bett gehen, so dass sie häufig in der Früh schon wieder aufstehen.

In einigen Fällen hat das damit zu tun, dass ältere Menschen sowohl mit Hör-, als auch mit Sehstörungen zu kämpfen haben und aus diesen Gründen in den Abendstunden nicht mehr wissen, womit Sie sich beschäftigen können. Zudem müssen viele Senioren, wie Seniorinnen des Nachts häufiger die Toilette aufsuchen, so dass auch dies, mal mehr, mal weniger den Schlaf unterbricht. Die Schlafhygiene wird demnach negativ beeinflusst, denn  hier leidet die Qualität.

Anteil, wie die Dauer der einzelnen Schlafphasen ändern sich mit dem Älterwerden

Während Babys demnach jede Nacht noch bis zu acht Stunden lang träumen, befinden sich Erwachsene nur noch eineinhalb Stunden in der Nacht im Traumland. Demnach brauchen ältere Personen weniger Traumschlaf, so dass sich die gesamte Schlafdauer verkürzt. Im Klartext heißt das, dass der Schlafbedarf im Alter abnimmt.

Im gleichen Zuge schläft der ältere Mensch aber auch nicht mehr so tief und fest, denn auch die Tiefschlafphasen verkürzen sich mit dem Fortschreiten des Alters. So wachen Senioren weitaus schneller auf, denn bereits leise Geräusche können hier die Nachtruhe stören. Aus diesem Grund, fühlen sich viele ältere Menschen oftmals noch müde am Morgen und glauben somit, dass sie an Schlafmangel leiden.

Dieser Interpretation ist allerdings falsch, denn durch die verkürzten Tiefschlafphasen leidet hier die Qualität des Schlafs, so dass viele ältere Personen sich am Morgen noch müde fühlen. Ein Anzeichen für Schlafprobleme ist dies demnach nicht, denn hierbei handelt es sich um völlig normale biologische Veränderungen, die mit dem Älterwerden jeden treffen.

Mit dem Älterwerden kommt es auch beim Einschlafverhalten zu Veränderungen

Zwischen einigen Minuten und einer Stunde benötigen die meisten Menschen häufig um einzuschlafen. Vom Teenageralter bis etwa Mitte des vierzigsten Lebensjahres liegt die Anzahl derer die länger zum Einschlafen brauchen gleichbleibend bei circa zehn Prozent. Diese Zahl erhöht sich dann um das Doppelte ab dem 45. Lebensjahr. Im Rentenalter kämpfen dann etwa 35% mit Einschlafproblemen. Während Kinder sich nur ins Bett legen müssen und bereits nach wenigen Sekunden einschlafen, brauchen ältere Menschen zwischen einer halben und einer ganzen Stunde, um endlich ins Land der Träume zu gelangen.

Oftmals benötigen ältere Menschen aber mehr Zeit zum Einschlafen, da diese einfach zu früh am Abend schlafen gehen. Das heißt, eigentlich haben sie noch gar nicht die nötige Bettschwere erreicht und liegen dann noch lange wach bis sie endlich der Schlaf überkommt. Viele ältere Menschen wissen gerade am Abend nicht, wie sie sich beschäftigen sollen. Fehlende Freizeitaktivitäten, kaum soziale Kontakte und schlichtweg Langeweile führen dann dazu, dass ältere Personen recht früh ihren Tag beenden und somit ihr Schlafzimmer aufsuchen.

Menschen, die also älter als 60 Jahre alt sind und allabendlich länger als 30 Minuten wach liegen bis sie endlich einschlafen, kämpfen demnach nicht mit Einschlafproblemen. Hierbei kann es sich um ganz normale biologische Veränderungen handeln, auf die sich ein jeder Mensch einstellen sollte. Viele Betroffene in diesem Alter empfinden die verkürzte Schlafdauer natürlich als lästig, denn ältere Menschen wissen oft nicht was sie in den frühen Morgen-, wie Abendstunden mit ihrer Zeit anfangen sollen. Demnach ist es kaum verwunderlich, dass so mancher mit dem Gedanken spielt zu einem Schlafmittel zu greifen, um den altersbedingten Schlafveränderungen entgegen zu wirken.

Diese Maßnahme kann allerdings genau das Gegenteil bewirken, denn wird der Schlaf durch Arzneien gestört, kann dies zu einer Schlafstörung führen, die medikamentenbedingt ist. So sind es nicht die vermeintlichen Schlafprobleme, die hier verantwortlich gemacht werden können, sondern eher die Arzneimittel, die gegen Schlafstörungen eingenommen werden, welche allerdings gar nicht nötig wären. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich immer vorab feststellen zu lassen, ob überhaupt Schlafstörungen vorliegen. Ist dem nicht so, gilt es seinen Alltag so zu verändern, dass der Betroffene besser mit seinem reduzierten Bedarf an Schlaf zurechtkommt.

Die richtige Schlafhygiene im Alter anstreben

Bedeutend ist vor allem die veränderte Entwicklung der Schlafhygiene mit dem Älterwerden. So gilt es die Verhaltensweisen an die neue Schlafhygiene anzupassen, um auf diese Weise eine erholsamere Nachtruhe genießen zu können.

Folgende Dinge können die Schlafhygiene verbessern:

  1. Alkoholische, sowie koffeinhaltige Getränke am Abend vermeiden.
  2. Vermeiden Sie Nachmittagsschläfchen oder halten Sie diese so kurz, wie möglich ab und am besten gönnen Sie sich ein kurzes Nickerchen stets nur gleichen Uhrzeit.
  3. Achten Sie auf eine bestmögliche Zimmertemperatur in Ihren Schlafgemächern. Am besten lässt es sich bei rund 18 Grad Celsius nächtigen.
  4. Begeben Sie sich erst ins Bett, wenn Sie auch wirklich müde sind.
  5. Machen Sie vor dem Schlafengehen noch einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft.
  6. Dunkeln Sie Ihr Schlafzimmer ab.

Fazit: Es ist erwiesen, dass ältere Menschen anders schlafen, als junge Personen. Nicht immer leiden diese Menschen gleich an einer Schlafstörung, sondern haben eher mit dem veränderten Schlafverhalten zu kämpfen. Wer zudem am Tage auch im Alter stets aktiv ist und einem bewegungsfreudigem Hobby nachgeht, sowie soziale Kontakte pflegt, wird des Nachts auch besser ein-, wie durchschlafen.

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