Schlafkrankheit – Auslöser, Symptome und Therapie

Schlafkrankheit – Wenn der Schlaf allgegenwärtig ist

Ab wann spricht man von Schlafkrankheit? Bestimmt hat jeder Mensch es schon einmal am eigenen Leib erlebt: Man sitzt in einem Meeting oder lauscht einem Vortrag seiner Kollegen und plötzlich fallen einem die Augen zu und man nickt langsam ein. Auch nach einem üppigen Essen tritt gerne einmal eine gewisse Schläfrigkeit auf.

Das sogenannte Suppenkoma ist keineswegs außergewöhnlich. Lediglich, wenn der Schlaf öfter einmal unkontrollierbar, sowie unvorbereitet während einer Tätigkeit zuschlägt, gilt es dies aber auf keinen Fall zu ignorieren, denn dies könnte mit der Schlafkrankheit in Zusammenhang stehen. Experten nennen diese Erkrankung auch Narkolepsie.

Woher stammt die Bezeichnung Narkolepsie?

Im Jahr 1880 beschrieb Jean Baptiste Edouard Gélineau erstmalig die Schlafkrankheit. Dieser leitete die Bezeichnung „Narkolepsie“ von den griechischen Begriffen narkosis und lepsis ab. Erstgenanntes bedeutet nichts anderes als Betäubung, während lepsis mit der Bezeichnung überraschen, übersetzt, werden kann. Hierzulande kämpfen inzwischen zwischen 20.000 und 40.000 Menschen mit diesem Krankheitsbild. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch weitaus höher.

Worum handelt es sich bei der Schlafkrankheit genau?

Bei der Schlafkrankheit handelt es sich um eine chronische, wie neurologische Erkrankung. Experten vermuten, dass ein Mangel des Botenstoffs Hypocretin im menschlichen Gehirn mit dieser Krankheit in Zusammenhang steht. So spielt diese Substanz eine bedeutende Rolle bei der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

Das typische an der Schlafkrankheit ist, dass fast alle Betroffenen am Tage mit einer mehr oder weniger starken Schläfrigkeit zu kämpfen haben. In ganz extremen Fällen kommt es daher auch manchmal zu imperativen Einschlafattacken. Gegen diese können sich die Patienten nicht zur Wehr setzen. Sogar während des Autofahrens, Essens oder ähnlichen Situationen können Betroffene demnach einfach plötzlich einschlafen.

Kommt es zu einem solchen Schlafanfall kann dieser zwischen einer Minute und einer Stunde andauern. Wird ein Narkolepsie-Patient geweckt, kann es geschehen, dass dieser kurz darauf wieder vom Schlaf übermannt wird.

Wer hingegen diesem speziellen Schlafbedürfnis nicht nachgibt, summiert diesen auf, so dass sich die Betroffenen noch erschöpfter und müder fühlen. Geben Narkolepsie-Patienten aber ihrem besonderen Schlafbedürfnis nach, fühlen sie sich meist nach dem Nickerchen munter, wie erfrischt, allerdings kann es alsbald erneut zu einer Schlafattacke kommen.

Welche Anzeichen und Symptome sprechen für die Schlafkrankheit?

Zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr zeigen sich oftmals bei vielen Menschen erste Anzeichen für die Schlafkrankheit. Durchaus ist es aber auch möglich, dass die ersten Symptome sich früher oder auch später im Alter zeigen. In der Regel unterscheiden Experten hier zwischen vier Hauptsymptomen der Krankheit. Dies werden auch Symptom Komplex oder narkoleptische Tetrade genannt.

  1. Eine erhöhte Tagesschläfrigkeit, die bis zum Schlafzwang führen kann.
  2. Sogenannte Kataplexien, welche zum Verlust der Muskelkontrolle führen.
  3. Ein abnormer Schlaf-Wach-Rhythmus
  4. Eine Schlaflähmung mit schlafbezogenen Halluzinationen.

Zu diesen vier Hauptsymptomen werden oftmals noch die typischen, automatisierten Handlungen hinzu gezählt. So kann es demnach, zum Beispiel, geschehen, dass Personen, die an der Schlafkrankheit leiden während des Laufens plötzlich einschlafen und dann mit einem PKW kollidieren. Aus diesem Grund, sollten Betroffene stets entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen, denn die plötzlich auftretenden Schlafattacken gefährden das eigene Leben und das Leben anderer.

Neben dem Autofahren sollten Narkolepsie-Patienten außerdem körperliche Arbeiten besser nicht ausführen, denn wer schwere Maschinen bedienen muss und dabei plötzlich vom Schlaf übermannt wird, kann Unfälle verursachen. Gleiches gilt ebenfalls für den Haushalt, denn auch hier können die Schlafattacken gefährlich enden.

Video: So lebt es sich mit Narkolepsie

Schlafkrankheit: Verlauf und Diagnose

Selbst zahlreiche Mediziner sind manchmal nicht in der Lage die Symptome der Schlafkrankheit richtig zu zuordnen. Es kommt vor, dass diese mit Erkrankungen, wie Depressionen oder Epilepsien vertauscht werden. In einigen Fällen hat es Jahre gedauert bis die Betroffenen die richtige Diagnose zu ihrem Krankheitsbild erhielten.

Da sich die Auswirkungen der Schlafkrankheit auch auf das soziale Umfeld negativ übertragen, kann diese Krankheit sogar tatsächlich Depressionen bei den Betroffenen auslösen. Häufig bleibt die Schlafkrankheit leider allzu lange unentdeckt und wird von vielen Außenstehenden mit einer geistigen Beeinträchtigung in Zusammenhang gebracht. Dies ist allerdings nicht richtig, denn die Schlafkrankheit ist eine rein organische Erkrankung und hat nichts mit dem Geisteszustand der Betroffenen zu tun.

Oftmals schreitet die Schlafkrankheit schleichend voran, so dass dies die Diagnose von Narkolepsie noch erschwert. Viele Jahre kämpfen Betroffene anfangs nur mit einer starken Tagesschläfrigkeit. Erst im Anschluss kommt es dann vermehrt zu plötzlichen Schlafattacken. Experten vermuten, dass die sogenannte Kataplexie durch Stress, Krankheiten oder Überforderungen erzeugt werden. Die Symptome der Schlafkrankheit können allerdings bei jedem Betroffenen andere Ausformungen zeigen.

Wie lässt sich die Schlafkrankheit behandeln?

Bisher ist es nicht möglich sich gegen die Schlafkrankheit zu schützen. Nach dem heutigen Wissensstand lässt sich diese Erkrankung auch bislang nicht heilen. Lediglich die Symptome lassen sich behandeln. Dies ist auch ratsam, denn den Betroffenen kann dies ungemein im Alltag, wie im Berufsleben helfen mit der Schlafkrankheit zurechtzukommen.

Gegen die starke Schläfrigkeit am Tage wird meist die Wirksubstanz Modafinil verschrieben, denn dieser Stoff steigert die Wachheit tagsüber, indem es direkt im menschlichen Gehirn wirkt. Genauer gesagt, passiert dies in den Schlaf-Wach-Regionen des Hirns.

Im gleichen Zuge wird meist ebenfalls der nächtliche Schlaf der Betroffenen mit Hilfe von Medikamenten reguliert. In solchen Fällen können die Narkolepsie-Patienten meist ein ganz normales Leben führen, wenn die Präparate regelmäßig eingenommen werden.

Es ist immer ratsam frühzeitig einen Mediziner aufzusuchen, wenn der Verdacht einer Schlafkrankheit besteht. Steht die Diagnose dann fest, gilt es so schnell wie möglich dem Arbeitgeber, den Arbeitskollegen, der Familie, sowie Freunden und Bekannten Bescheid zu geben, denn dies kann zukünftige Missverstände vermeiden helfen.

Außerdem können Betroffene soziale Hilfeleistungen erhalten, denn diese Krankheit hat den Status einer Schwerbehinderung, so dass Narkolepsie auch zu einer totalen Arbeitsunfähigkeit führen kann. Damit diese Patienten sich nicht völlig sozial zurückziehen, ist es immer wichtig, dass eine Behandlung schnellst möglich in Angriff genommen wird.

Schlafkrankheit – Auslöser, Symptome und Therapie
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