Nachtschreck – Ursachen von Schlafstörung bei Kindern vorbeugen

Nachtschreck: Kinder im Ausnahmezustand

Experten nennen den Nachtschreck auch Pavor nocturnus. Was sich wie nach einer schrecklichen Figur in einem Horrormärchen anhört, lässt viele Elternteile beim ersten Mal vor Schreck und Angst erstarren. Aus diesem Grund, nennen viele dieses Phänomen auch Nachterror, welcher allerdings nicht jedes Kind heimsucht.

Nur wenige Eltern wissen deshalb was es mit dem Nachtschreck auf sich hat und sind dann natürlich geschockt, wenn sie feststellen, dass ihr Nachwuchs im Schlaf mit weit aufgerissenen Augen im Bett sitzt, schreit, weint oder vor sich hin murmelt und sich durch nichts beruhigen lässt.

Wie erkennen Sie einen Nachtschreck?

Meist tritt der Nachtschreck kurz nach dem Einschlafen auf. Häufig beginnt der Nachtterror demnach noch vor der Geisterstunde. Der Nachwuchs meldet dies meist an, indem es wimmert oder aufschreit. In einer solchen Situation scheint das Kind leicht verwirrt zu sein und weiß nicht wo es sich gerade befindet. Versuchen Eltern ihren Nachwuchs mit Worten zu beruhigen, reagieren die Kleinen meist nicht.

Einige Kids schlagen außerdem wild um sich und können kaum in Schach gehalten werden. Sämtliche Versuche das Kind zu beruhigen, schlagen meist fehl. Wer, als Elternteil jetzt die Hand auf das Herz des Kindes legt, bemerkt, dass dieses rast. Zahlreiche Kinder sind nach dem Nachtschreck schweißgebadet und haben eine Gänsehaut. Zwischen 15 bis 40 Minuten kann ein solcher Nachtschreck andauern und versetzt viele Eltern immer wieder in Angst und Schrecken.

Nachtschreck – Was ist das?

Meist sind es Kinder zwischen zwei und sechs Jahren die einen Nachtschreck am eigenen Leib erleben. Natürlich finden sich hier aber ebenso Ausnahmen, so dass der Nachtterror auch bereits Babys, sowie vorpubertäre Kinder treffen kann. Die Kleinen verharren bei einem Nachtschreck genau zwischen zwei Schlafphasen.

Experten sprechen hier von einer Grauzone, so dass es sich keineswegs um die Traumphase handelt. So ist der kleine, menschliche Körper zwar noch wach, aber das Bewusstsein schläft noch. Aus diesem Grund, wissen die Kinder am nächsten Morgen auch nichts von ihrem nächtlichen Terror, denn dieser erfolgt völlig unbewusst. Manche Kids erleben dieses Phänomen nur einmal in ihrem Leben, während andere Kinder häufiger mit dem Nachtschreck in Berührung kommen. Im Durchschnitt sind es lediglich 15% aller Kinder, die vom Nachtterror betroffen sind.

Forscher bezeichnen den Nachtschreck auch als Aufwachstörung, denn betroffene Kinder wachen nur zum Teil aus der tiefen REM-Schlafphase auf. Aus diesem Grund, zeigen sich die Kids in diesem Zustand auch häufig verwirrt. So kommt es zum Nachtschreck, wenn der Wechsel vom Tiefschlaf in den Traumschlaf gestört ist und das kindliche Nervensystem übererregt ist. Forscher glauben, dass bei der Erstehung des Nachtschrecks die Reifungsprozesse im zentralen Nervensystem eine bedeutende Rolle spielen.

Demnach kann der Nachtschreck auftreten, weil das kindliche Nervensystem noch nicht voll entwickelt ist und das kindliche Gehirn bislang noch nicht gelernt hat, wie es von einer in die andere Schlafphase wechseln kann. Aus diesem Grund, sorgt der Nachtschreck auch nicht dauerhaft für Terror, denn irgendwann ist auch dieser Lernprozess abgeschlossen und die Kinder werden nicht mehr von diesem Phänomen heimgesucht.

Albtraum oder Nachtschreck?

Viele Eltern wissen gar nicht, was ein Nachtschreck ist, geschweige denn, dass es diesen überhaupt gibt. So gibt es einige Elternteile, die diesen nächtlichen Terror auch gerne mit einem Alptraum verwechseln. Kinder, die allerdings einen solchen haben, erwachen meist während des schrecklichen Traums und sind oftmals fähig über ihre Erlebnisse im Schlaf zu sprechen. Außerdem lassen sich Kinder während eines Alptraums wecken, was bei einem Nachtschreck nicht der Fall ist.

Wie gilt es sich als Elternteil zu verhalten, wenn das Kind mit einem Nachtschreck kämpft?

Im ersten Moment ist eine solche Situation natürlich für die Eltern sehr erschreckend, wie verstörend. Dennoch gilt es stets Ruhe zu bewahren, denn meist ist dieser Nachtterror nicht gefährlich für den Nachwuchs. Eltern sollten sich lediglich neben das Bettchen des Kindes setzen und aufpassen, dass dieses sich nicht verletzen kann.

Außerdem ist es möglich das Kind aus der Trance zu holen, indem ein starker Temperaturwechsel in die Wege geleitet wird. Dies kann, beispielsweise, in die Wege geleitet werden, indem das Kind von einem Zimmer in das nächste getragen wird oder aber indem ein kurzer Besuch auf dem Balkon stattfindet. Meist ist es allerdings so, dass die Kleinen auf solche äußeren Einflüsse gar nicht reagieren.

Die Kleinen bemerken weder die Anwesenheit ihrer Eltern, noch ihre Berührungen. Manchmal kommt es auch vor dass Kinder in diesem Zustand ihre Eltern abwehren. Auch dies geschieht völlig unbewusst. Demnach ist es am besten neben dem Bett des Nachwuchses auszuharren und abzuwarten bis der Nachtschreck vorbei ist, auch, wenn dies vielen Eltern wahrscheinlich unsagbar schwer fallen wird.

Lässt sich das Auftreten des Nachtschrecks verhindern?

Leider lässt sich der Nachtschreck nur bedingt vorbeugen. So kann es, beispielsweise, helfen dem Kind einen regelmäßigen Schlafrhythmus anzugewöhnen. Das heißt, es gilt den Nachwuchs immer zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu legen. Außerdem kann es helfen am Abend kurz vor dem Schlafengehen Aufregung zu vermeiden.

Spannende Film im Fernsehen, allzu ausgelassenes Toben und ähnliche Aktivitäten, Reizen das kleine Gehirn zusätzlich. Demnach ist es ratsamer den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Des Weiteren empfiehlt es sich auf die Raumtemperatur im Kinderzimmer zu achten. Bei rund 18 Grad Celsius schläft es sich laut der Experten am besten.

Fazit: Der sogenannte Nachtschreck oder Nachtterror trifft meist Kinder bis zum sechsten Lebensjahr. Auch, wenn dieser Zustand häufig einige Eltern in Angst und Schrecken versetzt, handelt es sich hier eher um eine harmlose Aufwachstörung, die dem Nachwuchs keinen Schaden zufügt. In der Regel verwächst sich der Nachtschreck wieder und verschwindet somit genauso plötzlich, wie er aufgetreten ist. Die Betroffenen selbst bekommen außerdem nichts vom nächtlichen Terror mit und so sind es lediglich die Eltern, die hier leiden, da viele nicht wissen, was gerade mit ihrem Kind geschieht. Ruhe bewahren und abwarten, lautet in diesem Fall die beste Devise, denn nach spätestens 40 Minuten ist der Spuk vorbei und das betroffene Kind schläft ruhig weiter.

Nachtschreck – Ursachen von Schlafstörung bei Kindern vorbeugen
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Autor: Robert Milan

Der Autor - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Wenn er nicht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist zählen Fotografieren und Fitnesstraining zu seinen Hobby's.

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