Restless-Legs-Syndrom – Symptome und Ursachen – Was hilft?

Beim sogenannten Restless-Legs-Syndrom handelt es sich um ein sehr unangenehmes Gefühl in den Beinen. So macht sich dieses, beispielsweise, durch ein Kribbeln oder auch reißende, wie ziehende Schmerzen bemerkbar. Diese Beschwerden treten zudem nur auf, wenn der Betroffene zur Ruhe gekommen ist, so dass das Restless-Legs-Syndrom meist abends und nachts auftritt. Zusätzlich kommt dann meist auch noch der Drang dazu ständig seine Beine bewegen zu müssen. Dieser Bewegungsdrang kann oftmals kaum oder gar nicht unterdrückt werden. Bewegung führt hier oftmals nur kurzzeitig zu einer Besserung der Beschwerden.

Das Restless-Legs-Syndrom, welches abgekürzt als RLS bezeichnet wird, gehört zu den am häufigsten neurologischen Krankheitsbildern. Circa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung kämpfen mit dieser Erkrankung. Einige Betroffene leiden hier an der schweren Variante, die mit Hilfe entsprechender Arzneien therapiert werden muss.

Das weibliche Geschlecht leidet außerdem etwas häufiger an den unruhigen Beinen, als Männer. Oftmals trifft es hier eher ältere Menschen, denn mit dem Voranschreiten des Alters schreitet auch diese Krankheit langsam voran. Kinder, wie Teenager sind hier seltener betroffen und häufig bringen Mediziner in diesem Fall die Beschwerden mit Wachstumsschmerzen oder Hyperaktivität in Zusammenhang.

Folgende Fragen über Restless Legs wollen wir in diesem Beitrag beantworten
  • Woran erkennt man Restless Legs?
  • Was kann man gegen Restless Legs tun?
  • Restless Legs Syndrom, welcher Arzt hilft??
  • Ist Restless Legs Syndrom heilbar?

Was verursacht das Restless-Legs-Syndrom?

Die genauen Ursachen für das Restless-Legs-Syndrom sind bislang noch nicht ganz geklärt. Vieles liegt hier noch im Dunkeln und ist den Experten ein Rätsel. Es wird vermutet, dass die Nervensignalübertragung bzw. der Stoffwechsel von Dopamin im menschlichen Gehirn Störungen aufweist. Zudem kann es ebenfalls sein, dass Störungen im Hirnstamm, wie im Kleinhirn hier für die Krankheitsentstehung verantwortlich sind.

Bei über der Hälfte der Fälle tritt dieses Syndrom in Familien außerdem öfter auf. Experten vermuten, dass diese Erkrankung autosomal-dominat weitervererbt wird. Dies  bedeutet, dass ein jeder Mensch an RLS erkrankt, wenn ein Elternteil die Erbanlage weitergegeben hat.

Beim Restless-Legs-Syndrom unterscheiden Experten außerdem zwischen zwei verschiedenen Formen. Demnach gibt es hier zum einen das Idiopathische RLS. Hier sind die Ursachen für die Erkrankung noch gänzlich ein Rätsel. Zum anderen gibt es dann auch noch das Sekundäre RLS. Dieses Krankheitsbild ist eine Folge einer Stoffwechselveränderung oder einer anderen Grundkrankheit.

Folgende Stoffwechselveränderungen bzw. Grundkrankheit können das sekundäre RLS auslösen:

  • Rheuma
  • Multiple Sklerose
  • Narkolepsie
  • Atembezogene Schlafprobleme
  • Parkinson
  • Entzündliche Darmkrankheiten
  • Diabetes mellitus
  • Chronisches Nierenversagen
  • Zöliakie
  • Schwangerschaft
  • Funktionsprobleme der Schilddrüse
  • Vitamin B12 Mangel
  • Polyneuropathie
  • Eisenmangel
  • Folsäuremangel

Zudem kann es auch passieren, dass bestimmte Arzneimittel RLS auslösen. Gerade Wirksubstanzen gegen Depressionen oder Übelkeitsgefühl besitzen diesen unliebsamen Nebeneffekt.

Welche typischen Symptome bringt das Restless-Legs-Syndrom mit?

Vor allem unruhige Beine sind typische Symptome für diese Erkrankung. Betroffene haben in diesem Fall das Gefühl die Beine ständig bewegen zu müssen. Hinzu kommen dann unangenehme Empfindungen, wie das Ziehen, Reißen oder Kribbeln. Einige leiden außerdem unter Schmerzen oder krampfähnlichen Qualen. Der Bewegungsdrang selbst zeigt sich oft durch ein unangenehmes bis qualvolles Gefühl der Unruhe, Druck in den Gliedmaßen oder durch eine extreme Spannung.

Die Beschwerden werden von den Patienten zudem sehr unterschiedlich wahrgenommen. Einige Betroffene bemerken die Symptome einseitig, beidseitig oder abwechselnd an beiden Beinen. Andere RLS-Patienten hingegen haben nicht nur mit Beschwerden in den Beinen zu kämpfen, sondern auch in den Armen, sowie in anderen Körperbereichen.

Kommt der Körper zur Ruhe, also im Sitzen oder Liegen, nehmen die RLS-Symptome meist ihren Anfang und verschlechtern sich. Gerade am Abend, wie in der Nacht führen diese dann bei den Betroffenen zu Einschlaf-, wie Durchschlafstörungen. Folglich leiden die Patienten häufig am Tage an Müdigkeit, Erschöpfung, sowie an Konzentrationsschwäche und an Leistungsabfall. Außerdem kommt es ebenfalls in erzwungenen Ruhesituationen oftmals zu den genannten Symptomen, so dass die Betroffenen sich in ihrer Freizeitgestaltung extrem eingeschränkt fühlen.

Wie lässt sich das Restless-Legs-Syndrom behandeln?

Ist dieses Syndrom eine Folge einer Krankheit kann eine entsprechende Behandlung meist die Ursache besiegen. Dies gilt vor allem für Folsäure-, Vitamin B12-, sowie für Eisenmangel. Während, beispielsweise, einer Schwangerschaft können die auftretenden Symptome auch nur vorrübergehend sein. Arzneien, die hingegen für noch stärkere Symptome sorgen, gilt es abzusetzen bzw. gegen andere Medikamente einzutauschen. Diese Vorgehensweise sollte aber zuvor mit dem behandelnden Mediziner besprochen werden und nicht eigenständig in Angriff genommen werden.

Des Weiteren kann das Restless-Legs-Syndrom medikamentös therapiert werden. Wirkstoffe, wie Levodopa kombiniert mit Benserazid zeigt hier die erhoffte Wirkung. Gleiches gilt außerdem für die sogenannten Dopaminagonisten. Wirken diese allerdings nur unzureichend, verschreiben einige Ärzte auch Opioide. Die lindern zwar die stark ausgeprägten, wie schmerzhaften Symptome von RLS, allerdings sind dies Substanzen hierzulande für RLS-Patienten noch nicht zugelassen.

Was können Betroffene noch gegen das Restless-Legs-Syndrom unternehmen?

Bei eher leichten Fällen von RLS können Betroffene auch selbst etwas gegen die Symptome tun. Folgende Maßnahmen lindern die Restless-Legs-Syndrom Symptome häufig:

  1. Wechselduschen
  2. Dehnübungen
  3. Verzicht auf den Mittagsschlaf
  4. Beinmassagen
  5. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Folsäure, Eisen, sowie Vitamin B 12
  6. Kalte und warme Wadenwickel
  7. Fußbäder
  8. Sport oder Gymnastik
  9. Koffeinhaltige Getränke
  10. Vor der Schlafenszeit zur Ruhe kommen

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine sehr unangenehme Erkrankung, dennoch besitzt diese Krankheit keinen Einfluss auf die Lebenserwartung der Betroffenen. Viele RLS-Patienten fühlen sich aber durch diese Krankheit in ihrer Lebensqualität extrem eingeschränkt. Bisher sind den Experten keine speziellen Maßnahmen bekannt mit denen man direkt dem Restless-Legs-Syndrom vorbeugen könnte. Vieles liegt hier noch im Dunkeln und ist den Wissenschaftlern ein Rätsel.

Vor allem die Einschlaf-, wie Durchschlafprobleme, die fast schon automatisch mit dieser Erkrankung auftreten, machen vielen Betroffenen zu schaffen. Durch den schlechten Schlaf fühlen sich viele RLS-Patienten am Tage beständig müde, erschöpft und haben mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit, sowie mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen.

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