Sekundenschlaf – Ursachen und Symptome verhindern

Was passiert bei Sekundenschlaf? Die Deutsche Verkehrswacht schätzt, dass hierzulande jeder vierte Verkehrsunfall mit dem Sekundenschlaf in Zusammenhang steht. Experten sprechen hier auch vom sogenannten Mikroschlaf, denn bei Autofahrern kann dieser bis 0,5 Sekunden und bei Zugführern bis zu 30 Sekunden dauern. Studien haben gezeigt, dass dieser kurze Schlaf bei Piloten sogar bis zu zwei Minuten andauern kann, allerdings sind hier die Sicherungen auch größer, als in einem einfachen Kraftfahrzeug.

In zehn Sekunden legt ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h eine Strecke von mehr als 330 Metern zurück. Wer jetzt als Fahrer vom Sekundenschlaf überrascht wurde, muss mit schweren Folgen rechnen, denn in dieser Zeit hat niemand die Kontrolle über das Auto. Eine erschreckende, wie beängstigende Vorstellung. Aus diesem Grund, sollte der Sekundenschlaf mit allen Mitteln verhindert werden, denn dieser kann nicht nur das eigene Leben in Gefahr bringen, sondern auch den Tod für andere Verkehrsteilnehmer bedeuten.

Folgende Fragen zum Sekundenschlaf wollen wir in diesem Beitrag beantworten
  • Ist der Sekundenschlaf gefährlich?
  • Ist Sekundenschlaf eine Krankheit?
  • Warum hat man Sekundenschlaf?
  • Was kann man gegen Sekundenschlaf tun?
  • Wie vermeide ich Sekundenschlaf?

Ursachen für den Mikroschlaf

Unter dem Mikro- bzw. Sekundenschlaf versteht man eine Attacke der Müdigkeit, die zu einem plötzlichen, spontanen Einschlafen führt. In diesem  Fall müssen sich allerdings nicht zwingend die Augen schließen. Es gibt durchaus Situationen, wo der Mikroschlaf mit offenen Augen eintritt.

Monotone Tätigkeiten in einer bequemen Sitzhaltung oder auch monotone Bildreize können dazu führen, dass das menschliche Gehirn einfach von jetzt auf gleich seine Leistung herunterfährt. Diese Vorgehensweise kann auch im ausgeruhten Zustand auftreten und kommt häufig bei langen Autofahrten, wie bei monotonen Tätigkeiten vor.

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In der Regel wird der Sekundenschlaf aber durch starke Müdigkeit oder aber auch durch Schlafstörungen ausgelöst. Sogenannte Schlafapnoiker gelten deshalb als zwei- bis sechsfach unfallgefährdeter, als gesunde Personen, die ein Fahrzeug führen. Es wird geschätzt, dass rund vier Millionen Menschen in Deutschland an Schlafapnoe leiden. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie mit dieser Schlafstörung zu kämpfen haben.

Selbstverständlich kann es aber ebenso zu starker Müdigkeit kommen, weil viele Menschen einfach zu wenig schlafen. In diesem Fall, macht sich die Müdigkeit meist durch ein schlechteres Sehvermögen, Aufmerksamkeitsdefizit, längere Reaktionszeiten, Gleichgültigkeit, Reizbarkeit, wie eine gesteigerte Risikobereitschaft bemerkbar.

Video: Sekundenschlaf

Welche Vorzeichen bringt der Sekundenschlaf mit sich?

Ein jeder Mensch kennt im Grunde die ersten Anzeichen für Müdigkeit. Genau diese, zeigen sich auch im Vorfeld beim Sekundenschlaf. Die Augen brennen und tun weh, die Augenlider werden immer schwerer und der Betroffene reibt sich meist nicht nur die Augen, sondern ebenfalls die Nasenwurzel, um die Müdigkeit zu vertreiben. Hinzu kommen, ständiges Gähnen, Mundtrockenheit, ein leichtes Frösteln und ein plötzliches Aufschrecken aus Unaufmerksamkeit.

Sowohl das Verhalten, als auch die Wahrnehmung zeigen jetzt Veränderungen. Möglichen Beifahrern fällt jetzt neben dem plötzlichen Aufschrecken auch öfter einmal ein Verschalten, plötzliches Abbremsen oder auch ein ungenaues Kuppeln auf.

Unter Umständen ist der Fahrer jetzt sehr leicht reizbar, zeigt eine Verbissenheit und legt eventuell sogar eine aggressive Fahrweise an den Tag. Betroffene kämpfen in diesen Situationen auch manchmal mit Doppelbildern oder verfügen jetzt über den sogenannten Tunnelblick. Auch ein gewisser Kontrollverlust lässt sich oftmals beobachten, so dass der erschöpfte Fahrer Probleme damit hat die Spur zu halten.

Welche Maßnahmen gegen Sekundenschlaf gibt es?

Gegen den Sekundenschlaf gibt es im Grunde nur eine wirkungsvolle Methode. Ein jeder Fahrer sollte sich ausschließlich nur hinter das Steuer setzen, wenn er gänzlich ausgeruht ist. Stehen lange Fahrten an, gilt es regelmäßig entsprechende Pausen einzulegen. Die erste wohlverdiente Rast sollte demnach nach zwei Stunden Fahrt eingelegt werden, während nachfolgende Pausen schon eher erfolgen sollten.

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Zwei Mal 20 Minuten oder drei Mal eine Viertelstunde Pause sind bei einer Fahrtzeit von rund fünf Stunden optimal. Sowohl frische Luft, als auch ein wenig Bewegung tun gut und vertreiben die Monotonie, sowie die Müdigkeit. Tests in Schlaflaboren haben zudem gezeigt, dass ein kurzes Schläfchen von 15 bis 30 Minuten in diesem Fall besonders effektiv ist.

Fahrten in der Nacht hingegen gilt es besser nicht vorzunehmen, denn in der Zeit zwischen zwei und fünf Uhr in der Früh befindet sich der Mensch eigentlich in der Tiefschlafphase und demnach tritt jetzt ein Leistungstief auf. Zahlreiche Fahrer trinken außerdem gerne Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke, um länger wach zu bleiben. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Kaffee lediglich für kurze Zeit eine gewisse Wirkung in dieser Hinsicht mitbringt. Energiedrinks hingegen, die meist Taurin enthalten, zeigten in diesem Fall gar keine Wirkung.

Helfen kann, aber durchaus auch das Öffnen des Fensters während der Fahrt, denn auf diesem Wege wird der Kohlendioxidgehalt im Inneren des Autos wieder gesenkt. Bekanntlich macht frische Luft außerdem einen klaren Kopf. Was dagegen gar nicht hilft, ist das lauter drehen der Musik. Ganz im Gegenteil, denn die Beschallung sorgt eher dafür, dass der Fahrer noch stärker vom Autofahren abgelenkt wird. Gleiches gilt im Übrigen auch für Gespräche mit dem Beifahrer.

Sind Sie ständig am Tage müde, obwohl Sie der Meinung sind, dass Sie des Nachts ausreichend Schlaf bekommen, kann dies für eine Schlafstörung sprechen. Beobachten Sie einmal Ihre Schlafgewohnheiten und nehmen Sie gegebenenfalls Änderungen vor. Zeigen diese Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung, sollten Sie einen Mediziner aufsuchen, denn Schlafapnoe ist therapierbar und kann demnach als Ursache für den Sekundenschlaf dann ausgeschlossen werden.

Sekundenschlaf – Ursachen und Symptome verhindern
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