Folgen von Schlaflosigkeit

Welche Folgen bringt Schlaflosigkeit mit sich?

Menschen, die mit Schlaflosigkeit kämpfen, können davon ein Lied singen: In der Nacht drehen sie sich von rechts nach links und finden einfach nicht die nötige Ruhe, um endlich einschlafen zu können. Trotz der nötigen Bettschwere am Abend, scheint das Einschlafen einfach nicht gelingen zu wollen. Zu allem Überfluss beginnen jetzt meist sich die Gedanken im Kreis zu drehen, so dass dies natürlich nicht gerade das Einschlafen fördert.

Zudem gibt es dann noch die Personen, die am Abend zwar recht zügig in den Schlaf finden, dann aber im Laufe der Nacht aufwachen und Stunden dafür brauchen wieder einzuschlafen. Das Resultat ist hier aber bei beiden Schlafgestörten dasselbe, denn am Tage sind diese Menschen leicht reizbar, kämpfen ständig mit der Müdigkeit und leiden an Konzentrationsschwäche.

In diesem Fall, gilt es sich schnell darum zu bemühen, dass es wieder zu einem gesunden Schlafrhythmus kommt. Vor allem im Straßenverkehr durch Sekundenschlaf, aber ebenso auf der Arbeit gefährden Sie schließlich nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Mitmenschen.

Schlaflosigkeit hat viele Folgen

  • Konzentrationsschwäche
  • Magenprobleme
  • Geschwächtes Abwehrsystem
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Tagesmüdigkeit
  • Leistungsabfall
  • Erhöhtes Risiko für Arbeits- und Autounfälle
  • Herz- Kreislaufprobleme
  • Verfrühte Alterserscheinungen oder/und eine geringere Lebenserwartung

Symptome, wie Konzentrationsschwäche, Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit, Leistungsabfall, wie ein erhöhtes Risiko für Arbeits- und Autounfälle können zudem schon nach einer schlaflosen Nacht auftreten. Die weiteren Folgen von Schlaflosigkeit, die hier genannt werden, treten dagegen erst auf, wenn Betroffene längere Zeit nicht schlafen können.

Dass ein Mangel an Schlaf sich außerdem äußerst negativ auf die Gesundheit auswirken kann, hat inzwischen einige wissenschaftliche Untersuchen gezeigt, denn viele Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden, haben aus diesem Grund mit ernsthaften Erkrankungen zu kämpfen.

Vor rund neun Jahren belegte eine japanische Studie, dass zu wenig Schlaf das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Wer demnach weniger als siebeneinhalb Stunden in der Nacht schläft täglich, der begünstigt das Risiko an solchen Krankheiten zu erkranken. Dies geschieht vor allen Dingen dann, wenn Menschen gleichzeitig an Bluthochdruck leiden, deren Blutdruckwerte stark abweichen oder eine noch geringere Schlafdauer vorzuweisen haben.

Video: Folgen von Schlaflosigkeit

Schlafmangel schwächt das Abwehrsystem

Außerdem schwächt ein Mangel an Schlaf das Abwehrsystem, denn dieses benötigt dringend ausreichend Schlaf um Infekte abwehren zu können. Hinzu kommt, dass Schlafmangel zudem dazu führt, dass das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet wird. Dies geschieht vor allem bei einem kurzzeitigen Schlafdefizit.

Immer wieder finden sich auch Untersuchungen darüber, wie die Schlafdauer mit der Lebenserwartung des Menschen in Zusammenhang steht. Laut japanischer Experten sorgt ein siebenstündiger Schlaf für die höchste Lebenserwartung. Deutlich mehr oder auch weniger Schlaf hingegen sorgen dafür, dass diese sich deutlich senkt. 2010 fand am Penn State College of Medicine ebenfalls eine entsprechende Untersuchung statt.

Hier fanden die Forscher heraus, dass zu wenig Schlaf bei Männern mit einer reduzierten Lebenserwartung zusammenhängen kann. Bei Frauen dagegen zeigte sich dies allerdings nicht. Kritiker dieser wissenschaftlichen Untersuchungen betonen allerdings hier, dass dieser Zusammenhang bislang noch nicht begründet werden kann.

Beispielsweise können Personen, die lediglich des Nachts nur fünf Stunden schlafen mit Stress als Ursache zu kämpfen haben, so dass sich hier die Lebenserwartung senkt. Zudem leiden unter Umständen auch Langschläfer nicht unter ihrem hohen Schlafbedürfnis, sondern haben stattdessen mit einer noch nicht erkannten Krankheit zu kämpfen, die somit für das lange Schlafen verantwortlich ist und auf diese Weise einen frühen Tod begünstigt.

Auch Frauen haben mit den Folgen von Schlafmangel zu kämpfen

Ebenso kann ein Schlafdefizit aber auch beim weiblichen Geschlecht zu ernsthaften Konsequenzen führen. Frauen, die weniger als sieben Stunden in der Nacht schlafen, erhöhen mit dieser kurzen Nachtruhe ihr Risiko im Laufe ihres Lebens an einem Herzinfarkt zu erkranken. Dies fand eine wissenschaftliche Untersuchung vor gut acht Jahren an der University College London heraus, an der insgesamt 4600 Frauen, wie Männer teilnahmen.

Frauen, die sieben Stunden oder noch weniger schlafen, besitzen erhöhte Entzündungsmarker-Werte im Blut, die für ein erhöhtes Risiko von Herzkrankheiten sprechen. Schlafen Frauen hingegen nur fünf Stunden oder noch weniger in der Nacht, lassen sich im Blut noch andere Marker feststellen, die für einen möglichen Herzschlag verantwortlich sein können. Aus welchem Grund dieses Risiko bei einem Schlafdefizit steigt und warum dies beim männlichen Geschlecht nicht nachgewiesen werden kann, ist bislang noch ein Rätsel.

Ebenfalls steht das Körpergewicht mit der Schlafdauer in Zusammenhang

Nach Angaben kanadischer Experten steht auch das Körpergewicht des Menschen mit der Schlafdauer in Zusammenhang. In diesem Fall, ist laut einer wissenschaftlichen Studie eine Schlafdauer zwischen sieben und acht Stunden optimal, um sein ideales Gewicht zu halten bzw. zu erzielen.

Kommt es hingegen zu mehr oder weniger Schlaf steigt die Wahrscheinlichkeit der Körpergewichtszunahme um etwa 27%. Aus, welchem Grund, dies so ist, ist allerdings ebenfalls noch nicht geklärt. Forscher wissen lediglich, dass ein Mangel an Schlag, kurze Zeit, für eine für ein gesteigertes Hungergefühl sorgen kann, so dass dies für die Gewichtszunahme verantwortlich sein kann.

So steigt die Menge des Hormons Ghrelins bei Schlafentzug, während das Hormon Leptin vermindert produziert wird. Ghrelin lässt den Hunger wachsen. Leptin hingegen ist für das Sättigungsgefühl zuständig. Ob dies aber wirklich der Grund für eine Gewichtszunahme bei Schlafmangel ist, ist bisher noch nicht geklärt.

Schlaf regeneriert den menschlichen Körper und den Geist

Der Schlaf und damit die nächtliche Ruhe dienen dem menschlichen Körper, wie dem Geist zur Regeneration. Wer seine Gesundheit, sowie seine Leistungsfähigkeit behalten möchte, sollte seine Schlafgewohnheiten kennen und stets genügend, erholsamen Schlaf finden.

Um für einen guten Schlaf in der Nacht, sowie eine bestmögliche Schlafdauer zu sorgen, kann jeder Mensch etwas tun. Bereits das passende Bett, wie eine bequeme Matratze bewirken in dieser Hinsicht viel. Zudem sollte das Schlafgemach abgedunkelt, ruhig und mit der richtigen Raumtemperatur ausgestattet sein.

Kurz bevor es ins Bett geht, gilt es außerdem kein Sportprogramm mehr zu absolvieren. Ein Entspannungsprogramm hingegen ist erlaubt und hilft beim Stressabbau, wenn der Tag mal wieder allzu anstrengend war. Nur gute Gedanken gilt es mit ins Bett zu nehmen. Sorgen hingegen sollten draußen bleiben, denn diese halten den Menschen nur von der wohlverdienten Nachtruhe ab.

Üppige Mahlzeiten, sowie alkoholische und koffeinhaltige Getränke sollten kurz vor dem Schlafengehen ebenfalls nicht den Magen füllen, denn all diese Dinge stören den Schlaf. Außerdem ist es ratsam jeden Abend zur gleichen Uhrzeit ins Bett zu gehen und am Morgen aufzustehen, denn der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier.

Wer hingegen Urlaub hat oder aber sein Wochenende genießen möchte, kann in diesen Fällen natürlich ausschlafen und so sein Defizit wieder reinholen. Nach Angaben von Schlafforschern, lässt sich auf diese Weise das Schlafdefizit erfolgreich abbauen.

Wer hingegen Tagsüber mit Erschöpfungszuständen zu kämpfen hat, der kann sich ruhig eine halbe Stunde lang ein Mittagsschläfchen genehmigen, wenn die Zeit es zulässt. Länger als eine halbe Stunde gilt es allerdings am Tage kein Nickerchen zu halten, denn dann driftet der Schläfer in das Tiefschlafstadium ab und fühlt sich wahrscheinlich den restlichen Tag schlapp und gerädert.

Laut den bisherigen, wissenschaftlichen Erkenntnissen wirken sich ein oder zwei Stunden weniger Schlaf des Nachts nicht negativ aus, denn meist holt sich der Körper diesen in der nächsten Nacht wieder.

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