Schlafparalyse – Ursachen und Erfahrungen mit der Schlaflähmung

Schlafparalyse – Der Geist ist wach, während der Körper noch schläft

Es passiert ohne Vorwarnung: Urplötzlich sind manche Menschen wie gelähmt. Der Körper reagiert auf keine Befehle mehr, Beine und Arme sind starr und auch der Kopf scheint gleich mehrere Zentner zu wiegen. Lediglich die Pupillen bewegen sich rasend schnell hin und her und der Betroffene kann seine Atmung kontrollieren.

Während das Herz immer stärker in der Brust zu schlagen beginnt, möchten die Betroffenen am liebsten laut um Hilfe schreien, allerdings lässt sich auch der Mund keinen Millimeter öffnen. Was hier so umfangreich beschrieben wurde, nennen Experten Schlafparalyse oder auch Schlaflähmung bzw. Schlafstarre.

Folgende Fragen zur Schlafparalyse wollen wir in diesem Beitrag beantworten
  • Ist Schlafparalyse eine Krankheit?
  • Ist Schlafparalyse gefährlich?
  • Schlafparalyse – Was dagegen tun?
  • Wann bekommt man eine Schlafparalyse
  • Wie lange dauert eine Schlafparalyse?

Was löst die Schlafparalyse aus?

Was sind die Schlafparalyse Ursachen? Milliarden Nervenimpulse rasen in jeder Sekunde durch den menschlichen Körper. Welche Muskeln der Mensch anspannt, zur welcher Stelle er sich bewegt oder was wir wahrnehmen, passiert meist mehr oder weniger im Unterbewusstsein.

Kaum jemand weiß allerdings, dass es auch hier zu Störungen kommen kann. So kann es geschehen, dass das sehr komplexe Netzwerk an Nerven urplötzlich ohne jegliche Vorwarnung seine Arbeit einstellt, so dass der Mensch die Kontrolle über seinen Körper verliert. Ohne dass es zu irgendeiner äußerlichen Einwirkung kommt, wird der Körper plötzlich starr und Betroffene sind gänzlich gelähmt.

Solche Momente können eigentlich überall auftreten. Oftmals kommt es aber während des Aufwachens zu einer Schlafparalyse. Bis zum heutigen Tag rätseln die Experten was es mit diesen Paralysen auf sich hat, denn vieles liegt hier noch im Dunkeln. Im Grunde liest man auch nur selten von diesen Blitz-Paralysen und dennoch gibt es sie.

So ist die Schlafparalyse eine Nebenwirkung eines körpereignen Schutzmechanismus. Schläft der Mensch schaltet das menschliche Hirn mit Hilfe des Neutransmitters Acetylcholin das Zentrum für die Bewegung gänzlich ab. Käme es nicht zu einem Abschalten des Bewegungszentrums im Schlaf, würde jeder Schläfer der sich gerade in der Traumphase befindet, die geträumten Bewegungen auch ausführen und sich womöglich verletzen.

Das Problem findet sich auch hier im Detail, denn wacht ein Schlafender zu schnell auf und überspringt demnach die Aufwachphase nach der Tiefschlafphase führt dies manchmal zwar für eine Aktivierung des Bewusstseins, aber nicht gleich zu einer Deaktivierung des Bewegungsapparats. Im menschlichen Hirn befindet sich somit der sogenannte Motorcortex noch im Offline-Zustand, so dass Befehle nicht ausgeführt werden können, da die Nervenbahnen noch mit einer Blockade versehen sind. Demzufolge kommt es bei vollem Bewusstsein zu einer Schlaflähmung.

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Was geschieht während einer Schlafparalyse?

Wer sich in einer Schlafparalyse befindet, hat das Gefühl, dass sein gesamter Körper taub ist. Eine nicht greifbare Kraft scheint den eigentlich Schlafenden in die Matratze zu drücken. Sämtliche Körperteile lassen sich nicht mehr bewegen und selbst, wenn sich der Betroffene ungemein anstrengt, schafft er es meist nicht auch nur den kleinen Finger zu heben.

Trotz dieser Lähmung lässt sich die Atmung aber weiter kontrollieren, denn diese funktioniert ohne Probleme. Anders hingegen sieht es bei den Augenlidern aus, denn auch diese sind von der Schlafparalyse betroffen und lassen sich demnach nicht öffnen. Dennoch haben viele Schlafgelähmte oft das Gefühl, dass sie durch ihre Lider hindurch sehen können. Des Weiteren kann es vorkommen, dass Betroffene schwingende oder knallende Geräusche vernehmen. Dies deutet daraufhin, dass eine außerkörperliche Erfahrung bevorsteht.

Lässt sich eine Schlafparalyse vorzeitig abbrechen?

Menschen, die erstmalig eine Schlafparalyse erleben und im Grunde gar nicht wissen, was mit ihnen geschieht, stehen nachdem Erlebten meist erst einmal unter Schock. Schließlich reagieren viele Betroffene sogar panisch, wenn sie bemerken, dass ihr gesamter Körper plötzlich von einer Lähmung befallen wird. Eine bewusste Schlaflähmung dauert zwar in der Regel nicht länger als zwei Minuten, allerdings fühlt es sich für die Betroffenen wie eine Ewigkeit an. Wissenswert ist aus diesem Grund, dass sich Schlafparalysen auch abbrechen lassen.

Wie bereits erwähnt, ist während der Schlafparalyse lediglich noch die Atmung kontrollierbar. Wer also schnellst möglich aus dieser Starre wieder befreit werden möchte, sollte tief Ein- und Ausatmen, um auf diese Weise seinem Körper zu zeigen, dass er wach ist. In kurzer Zeit verabschiedet sich dann in der Regel die Schlaflähmung.

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Was passiert während des Einschlafens im menschlichen Körper?

Es gilt das Bewusstsein und den physischen Körper in diesem Fall stets getrennt zu betrachten, denn beide nehmen ihre Dienste unabhängig voneinander auf. Schüttet der Organismus Hormone aus, wandelt Nahrung in Energie um oder Ähnliches bekommt dies das Bewusstsein nicht mit. Wer sich diese Theorie nicht richtig vorstellen kann, der sollte einmal versuchen seinen Puls dazu zu bewegen auf 150 hochzuschnellen. Dies wird nicht gelingen, denn das Bewusstsein arbeitet unabhängig vom menschlichen Körper und umgekehrt funktioniert diese Theorie ebenfalls.

Der Körper kann nicht beeinflussen, was das Bewusstsein gerade macht. Somit kann sich dieser auch zu keinen Zeitpunkt sicher sein, ob das Bewusstsein sich nicht doch gerade im Schlaf befindet. Für den menschlichen Körper ist es aber bedeutend zu wissen, ob dieses schläft oder wach ist, denn auf diese Weise weiß er, wann er die Schlafparalyse einleiten kann. Demnach ist der Organismus gezwungen mit dem Bewusstsein zu kommunizieren.

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So arbeiten Körper und Bewusstsein zwar getrennt voneinander, eine Kommunikation findet aber dennoch statt. Letzteres funktioniert durch biologische Signale. Ist der Körper also sehr entspannt, schickt dieser ein Signal an das Bewusstsein, um festzustellen, ob dieses bereits schläft. Der Mensch empfindet dieses Signal als starken Drang im Bett seine Position zu verändern.

Kommt es demnach zu einer Veränderung der Liegeposition weiß der Körper, dass das Bewusstsein noch wach ist. Reagiert der Körper hingegen nicht auf das Signal und ändert seine Position im Bett nicht, weiß der Körper, dass das Bewusstsein schläft und somit leitet dieser die Schlafparalyse in die Wege.

Fazit: Während einer Schlafparalyse schläft der Körper zwar noch, aber der Geist ist bereits wach. Lediglich die Atmung funktioniert in diesem besonderen Zustand noch einwandfrei, denn der gesamte Körper scheint, wie gelähmt. Wer sich aus dieser Starre selbst befreien möchte, sollte tief Ein- und Ausatmen, denn in der Regel erwacht der Körper auf diese Weise schneller aus seiner Schlafstarre. Unter normalen Umständen bemerken wir eigentlich nicht, dass unser Körper eine Schlafparalyse eingeleitet hat, denn sowohl unser Körper, als auch unser Bewusstsein schlafen. So dient die Schlaflähmung zum Schutz, so dass geträumte Bewegungen während der Nachtruhe nicht aktiv ausgeführt werden können.

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Robert Milan

Der Autor - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Lebensweise. Wenn er nicht mit seinem Wohnmobil unterwegs ist zählen Fotografieren und Fitnesstraining zu seinen Hobby's.

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