Parasomnien – Symptome, Ursachen und Therapie

Bei Parasomnien wird der Schlaf durch plötzlich auftretende Ereignisse oder Vorgänge unterbrochen. So handelt es sich hier um einen Ausdruck einer Aktivierung des zentralen Nervensystems. Wobei die Parasomnien in vier verschiedene Gruppen eingeteilt werden.

  1. Aufwachstörungen

Die Symptome sind in diesem Fall Schlafwandeln, Schlaftrunkenheit, sowie Pavor Nocturnus. Letzteres bedeutet Erwachen mit Schrei.

  1. Störung des Schlaf-Wach-Übergangs

Symptome sind hier Einschlafzuckungen, Wadenkrämpfe in der Nacht, Sprechen im Schlaf, sowie Schlafprobleme durch rhythmische Bewegungen.

  1. REM-Schlaf-Parasomnien

Verhaltensstörungen im REM-Schlaf, Schlaflähmung, Alpträume, schmerzhafte Erektionen im Schlaf, REM-Schlaf abhängige Asystolie, sowie Beeinträchtigung der Erektion im Schlaf gehören hier zu den Symptomen.

  1. Andere Parasomnien

Plötzlicher Kindstod, Zähneknirschen im Schlaf, Bettnässen in der Nacht, primäres Schnarchen, kindliche Schlafapnoe, paraxysmale Dystonie des Nachts, schlafbezogenes abnormes Schlucksyndrom, angeborenes zentrales Hypoventilationssyndrom, sowie gutartiger Schlafmyoklonus bei Neugeborenen sind hier die Symptome.

Video: Schlafwandler

Erste Gruppe: Aufwachstörungen

Zum Teil handelt es sich bei diesen Aufwachstörungen um ein Erwachen aus Tiefschlafstadien, die häufig im ersten Drittel der Nacht auftreten. Treten diese Aufwachprobleme bei Kindern auf, sind diese meist gutartig und belasten nur vorübergehend die Nächte. Oftmals treten solche Störungen aber ebenfalls in Folge belastender, wie traumatischer Erlebnisse auf. Während bei Erwachsenen vermutet wird, dass Aufwachstörungen mit psychischen Konflikten, wie Problemen in Zusammenhang stehen, treten Aufwachstörungen bei älteren Menschen häufig, da diese andere Arzneien zu sich nehmen.

  • Schlafwandeln in der Nacht

Zum Schlafwandeln gehört nicht nur das Umhergehen im Schlaf, sondern ebenso das im Bett aufsetzen, rumschauen und ähnliche Aktivitäten. Zudem hat dieses Phänomen nichts mit dem Träumen zu tun, denn Schlafwandeln tritt stets in der Tiefschlafphase auf. Anfangs beginnt Schlafwandeln meist mit dem Aufsetzen im Bett, unsinnigen Bewegungen bis hin zu sehr komplexen Handlungen. In der Regel dauern diese Aktionen aber nur Sekunden bis wenige Minuten an. Betroffene können sich zudem im Nachhinein an Nichts erinnern.

  • Schlaftrunkenheit

Sowohl während, als auch nach dem Aufwachen, welches oftmals in der ersten Hälfte der Nacht auftritt, kann es zu Verwirrtheitszuständen kommen. Dies bezeichnen Experten als Schlaftrunkenheit. So weiß der Betroffene meist nicht, wo er sich gerade befindet, wie spät es ist oder ähnliches. Dieser besondere Zustand kann wenige Sekunden andauern, aber auch über Stunden erhalten bleiben. Auch in diesem Fall erinnern sich die Betroffenen im Nachhinein nicht mehr.

  • Erwachen mit Schrei

Plötzliches Erwachen aus dem Tiefschlaf mit einem lauten Schrei und großer Angst nennen Experten Pavor Nocturnus. Der Betroffene reagiert in solchen Situationen zudem weder auf Trost, noch auf Zuspruch. Nach etwa fünf bis zehn Minuten ist dieser Spuk aber vorbei und Betroffene wissen auch hier im Anschluss nicht, was passiert ist.

Zweite Gruppe: Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs

  • Reden im Schlaf

Unverständliches oder auch verständliches Reden im Schlaf kann in jeder Schlafphase auftreten. Betroffene bemerken nicht, dass sie im Schlaf sprechen.

  • Wadenkrämpfe des Nachts

Kommt es in der Nacht zu Wadenkrämpfen ist dies meist ein Zeichen für Magnesium-, Kalzium- oder Eisenmangel.

  • Schlafprobleme durch Bewegungen im Schlaf

Häufig ist es hier der Kopf der sich vor dem Einschlafen und teilweise sogar während des Schlafes rhythmisch bewegt. Häufig sind hier Kinder betroffen. So beginnt diese Störung in den ersten zwei Lebensjahren und endet plötzlich im Alter von zwei oder drei Jahren.

  • Zuckungen während des Einschlafens

Beginnen Arme, Beine oder auch der Kopf kurz vor dem Einschlafen kurz zu zucken, ist dies einfach ein natürliches Phänomen. Oftmals haben Betroffene im Gleichklang das Gefühl zu Fallen. Von einer Krankheit sprechen Experten hier erst, wenn diese Zuckungen so ausgeprägt ausfallen, dass Betroffene nicht mehr in den Schlaf finden können.

Dritte Gruppe: REM-Schlaf-Parasomnien

  • Beeinträchtigte Erektionen im Schlaf

Normalerweise treten bei Männern während der REM-Phase Erektionen auf. Bleiben diese aus kann es sich hier um eine organisch bedingte Impotenz handeln.

  • Schlaflähmung

Kommt es beim Einschlafen oder kurz nach dem Aufwachen zu einer Unfähigkeit sich zu bewegen, sprechen Experten von einer Schlaflähmung. Dieser beängstigende Zustand kann gleich mehrere Minuten andauern und ist für die Betroffenen sehr quälend. Meist endet diese Lähmung genauso plötzlich, wie sie aufgetreten ist oder aber wird unterbrochen, wenn der Leidtragende angesprochen wird. Der Grund dafür, findet sich wahrscheinlich darin, dass die motorische Lähmung auftritt, da Betroffene ihren Traum nicht zu Ende träumen können, da das Gehirn noch oder bereits wach ist.

  • Störung im Verhalten im REM-Schlaf

Träume werden assoziiert und es kommt zu fehlenden Lähmungen der Muskulatur. Dadurch können Verhaltensweisen im Schlaf auftreten.

  • Asystolie die mit dem REM-Schlaf zusammenhängt

Im REM-Schlaf kommt es Herz-Rhythmusstörungen und zu kurzen Herzstillständen bei eigentlich gesunden Menschen. Weitere Schlafstörungen belasten den Betroffenen nicht.

  • Alpträume

Während der REM-Schlafphasen treten Angstträume auf. Erwachsene leiden häufig an Albträume da sie mit einer psychischen Belastung oder einer psychischen Krankheit zu kämpfen haben. Auch Medikamente können Albträume auslösen. Während Alkohol die Traumphasen unterdrücken kann, so dass in der zweiten Hälfte der Nacht vermehrt zu solchen Träumen kommen kann.

  • Erektionen im Schlaf, die mit Schmerzen verbunden sind

Im REM-Schlaf kommt es zu Erektionen die Schmerzen verursachen.

Vierte Gruppe: Parasomnien anderer Art

  • Kindliche Schlafapnoe

Hierbei handelt es sich um vermehrte Atempausen bei Kindern während der Nachtruhe.

  • Enuresis Nocturna

Dieser Begriff beschreibt das Bettnässen im Schlaf.

  • Primäres Schnarchen des Nachts

Es kommt in den oberen Atemwegen zu lauten Atemgeräuschen, allerdings stehen diese weder mit Atempausen, noch mit Atemabflachungen in Zusammenhang.

  • Abnormes Schlucksyndrom im Schlaf

Husten während des Schlafs, Verschlucken, ständiges Schlucken von Speichel, Schlafstörungen, sowie plötzliches Aufwachen mit Erstickungsgefühlen beschreiben diese Parasomnie.

  • Parosxysmale Dystonie in der Nacht

Im Schlaf kommt es zu abnormaler Muskelaktivität.

  • Syndrom eines nächtlichen ungeklärten, wie plötzlichen Ablebens

Bei jungen, gesunden Menschen kommt es im Schlaf plötzlich zum Tod.

  • Plötzlicher Kindstod

Kinder zwischen 0 und einem Jahr sterben plötzlich im Schlaf.

  • Zentrales Hypoventilationssyndrom, welches angeboren ist

Atempausen oder eine flachere Atmung, die im Schlaf ausgeprägter ist.

  • Gutartiger Schlafmyoklonus bei Säuglingen

Kurzzeitiges Muskelzucken des Kopfes oder Rumpfes oder/und der Glieder im Schlaf.

  • Bruxismus bzw. Zähneknirschen

Zähneknirschen tritt bei vielen Menschen zeitweise im Schlaf auf. Behandelt werden, muss dieses Phänomen in den seltensten Fällen. So kommt es unter Umständen zu einer Nutzung einer Zahnschiene in der Nacht, um so die Abnutzung der Zähne zu vermeiden. Auch gezielte Entspannungsübungen oder eine Psychotherapie können helfen, dass Zähne knirschen in der Nacht zu reduzieren, denn oftmals führen Belastungssituationen dazu, dass Menschen im Schlaf ihre Zähne aufeinander reiben.

Parasomnien – Symptome, Ursachen und Therapie
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