Ashwagandha: Wirkung, Studienlage und Risiken

Ashwagandha, auch Schlafbeere genannt, ist kein nachgewiesenes Allheilmittel. Einige kleine Studien mit bestimmten Extrakten zeigen Hinweise auf Verbesserungen bei Stress und Schlaf. Daraus folgt weder eine Wirkung bei jeder Person noch die Sicherheit einer längerfristigen Einnahme.

Ashwagandha: Wirkung, Studienlage und Risiken [Bildinhalt mit KI erstellt]
Ashwagandha: Wirkung, Studienlage und Risiken [Bildinhalt mit KI erstellt]

Was ist Ashwagandha?

Withania somnifera ist eine traditionell im Ayurveda verwendete Pflanze. Nahrungsergänzungsmittel enthalten beispielsweise Wurzelpulver oder Extrakte. Diese Zubereitungen sind nicht austauschbar: Pflanzenteil, Extraktionsverfahren und Zusammensetzung können sich unterscheiden. Der deutsche Name Schlafbeere ist keine medizinische Wirksamkeitsgarantie.

Welche Wirkungen sind untersucht?

Das US-amerikanische Forschungszentrum NCCIH zu Ashwagandha sieht Hinweise, dass manche Präparate bei Schlafproblemen und Stress helfen könnten. Viele Untersuchungen sind klein und verwenden unterschiedliche Produkte. Bei Angst ist die Datenlage unklar; für zahlreiche weitere beworbene Anwendungen reichen die Belege nicht aus.

Ein Laborbefund oder ein veränderter Hormonwert beantwortet noch nicht, ob sich eine Erkrankung bessert. Ashwagandha sollte deshalb nicht als Behandlung von Depressionen, Multipler Sklerose, Krebs oder anderen schweren Erkrankungen beworben werden. Für die spezielle Frage nach der Nachtruhe lesen Sie die Einordnung von Schlafbeeren als Schlafmittel.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Nach Angaben des NCCIH sind unter anderem Schläfrigkeit, Magenbeschwerden, Durchfall und Erbrechen möglich. Außerdem gibt es Berichte über Leberschäden im Zusammenhang mit der Einnahme. Eine gute Verträglichkeit in einer kurzen Studie schließt seltene oder später auftretende Schäden nicht aus. Zur langfristigen Sicherheit fehlen ausreichende Daten.

Wechselwirkungen können unter anderem Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antiepileptika, Schilddrüsenhormone, Immunsuppressiva sowie Medikamente gegen Diabetes oder Bluthochdruck betreffen. Lassen Sie auch frei verkäufliche Mittel und weitere Nahrungsergänzungen in der Apotheke oder Praxis mitprüfen.

[Bildinhalt mit KI erstellt]

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, Mitteilung 039/2024, rät insbesondere Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit bestehenden oder früheren Lebererkrankungen vom Verzehr ab. Eine sichere Aufnahmemenge konnte es nicht ableiten; auch allgemein empfiehlt es Zurückhaltung.

Das NCCIH rät zudem bei Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen und vor geplanten Operationen von der Verwendung ab. Bei hormonempfindlichem Prostatakrebs sollte Ashwagandha ebenfalls vermieden werden.

Warum es hier keine pauschale Dosierung gibt

Eine Milligrammangabe allein sagt wenig über ein Extrakt aus. Eine in einer Studie verwendete Menge lässt sich nicht einfach auf ein anderes Produkt übertragen. Auch ein hoher Withanolid-Anteil oder ein Bio-Siegel beweist weder den Nutzen für Ihren Schlaf noch die Unbedenklichkeit. Erhöhen Sie die Menge nicht eigenständig, wenn ein erhoffter Effekt ausbleibt.

Checkliste für das Beratungsgespräch

  • Welches konkrete Problem möchten Sie behandeln, und seit wann besteht es?
  • Welche Medikamente und Nahrungsergänzungen nehmen Sie bereits?
  • Welche Erkrankungen oder geplanten Eingriffe sind zu berücksichtigen?
  • Welche Daten gibt es genau zu dem angebotenen Präparat?
  • Woran würden Sie einen Nutzen erkennen, und wann sollte neu entschieden werden?

Bei anhaltenden Schlafproblemen ist eine Ursachenklärung sinnvoller als eine Folge immer neuer Präparate. Einen Einstieg bieten unsere Ratgeber zu Schlafhygiene und Behandlungsmöglichkeiten und Schlafmitteln.

Redaktionell überarbeitet am 11. September 2026. Die verlinkten Quellen dienen der Einordnung; dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Zeige mehr

Ein Kommentar

  1. Hallo,

    ich habe ashwagandha zweimal eingenommen:
    Jedesmal mußte ich Erbrechen! Es war mir echt übel!

    Können Sie sich das erklären?

    Mit freundlichen Grüßen
    Horst-Dieter Theissen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert